Wahlkampf in der Hauptstandt
Künast gegen Koalition der Grünen mit PDS in Berlin

Die SED-Nachfolgepartei stehe nicht für moderne Politik, sondern sei "durchaus konservativ", so die Grünen-Vorstandssprecherin.

Reuters BERLIN. Die ehemalige Vorstandssprecherin der Grünen und jetzige Bundesverbraucherschutzministerin Renate Künast hat sich am Freitag gegen eine Koalition ihrer Partei mit der PDS in Berlin ausgesprochen. Im Nachrichtensender Info-Radio sagte sie einem Vorabbericht zufolge, sie wolle keine Koalition mit der PDS. Die Partei habe noch einigen Veränderungsbedarf. Wenn man in Berlin eine Modernisierung wolle, dann sei nicht die PDS die Partei, die die Konzepte habe. "Die PDS steht nicht für eine moderne Politik, sondern ist durchaus konservativ", sagte sie.

Zur Popularität des PDS-Spitzenkandidaten Gregor Gysi in der Stadt sagte Künast: "Wer da ein Kreuz macht, bekommt die PDS und nicht Gregor Gysi." Nach ihrer Einschätzung bröckele deswegen die Zustimmung zu Gysi auch bereits ab. Zugleich wandte Künast sich gegen eine Verteufelung der PDS. Die CDU veräpple die Bevölkerung, wenn sie den Menschen weiß machen wolle, dass man mit der PDS keinen Bürgermeister abwählen könne.

Berlin muss im Herbst das Parlament neu wählen, nachdem SPD und Grüne den Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) am Samstag mit der Unterstützung der PDS gestürzt haben. Wegen der Kooperation mit der PDS ist unter anderem der ehemalige DDR-Bürgerrechtler Konrad Weiß aus der Grünen-Partei ausgetreten. Die PDS ist aus der DDR-Staatspartei SED hervorgegangen. Die SPD hat eine Zusammenarbeit mit ihr auf Landesebene nach den Wahlen nicht ausgeschlossen und ist dafür scharf von der CDU kritisiert worden.

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