Wahlkampf in Österreich
Dr. Martin, die lila Versuchung

In Österreich belebt ein neues Gesicht den Wahlkampf: Der Europaabgeordnete Hans Martin-Peter will als Unabhängiger für das Parlament kandidieren und wird damit zum Unsicherheitsfaktor für den konservativen Kanzler Wolfgang Schüssel.

WIEN. Zartlila. Das ist die Farbe, die im österreichischen Wahlkampf noch gefehlt hat. Schwarz, rot und grün sind wie in Deutschland verteilt. Gelb gibt es nicht. Blau und orange ist für die unter Jörg Haiders tatkräftiger Mithilfe in zwei Lager zerfallenen Rechtspartei reserviert. Zartlila aber war noch frei.

Am Dienstag nun haben die österreichischen Zeitungen diese Farbe an die "Liste Dr. Martin - für Demokratie, Kontrolle und Gerechtigkeit" vergeben. Und es kann gut sein, dass sich der Farbtupfer in der ein oder anderen Koalition wiederfindet, wenn in Österreich nach dem Wahlabend am 1. Oktober eine neue Regierung geschmiedet werden muss. Mit Hans Martin, -Peter so sagen es die Meinungsforscher, ist ein neuer Unsicherheitsfaktor aufgetaucht. Der konservative Kanzler Wolfgang Schüssel, das "Fuchserl", wird seine Spielaufstellung ändern müssen. Dass er weiter wie bisher mit einer Partei aus dem Haider-Lager regieren kann, wird immer unwahrscheinlicher.

"HPM", wie sich Hans Martin-Peter selbst abkürzt, ist nicht irgendein Yogiflieger oder Autofahrerlobbyist. Nein. Der 49jährige Vorarlberger ist vielmehr ein begabter Politlaie, der einst für die österreichischen Sozialdemokraten ins Europaparlament eingezogen war, bevor er sich bei der Wahl zum Europäischen Parlament 2004 mit einer eigenen Liste selbständig machte. Dabei erzielte er auf Anhieb 14 Prozent. Seither wird der frühere Südamerika-Korrespondent und Chef des Wiener Büros des "Spiegels", Mitglied des Greenpeace-Aufsichtsrats und des Club of Rome in der Politik sehr ernst genommen.

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