Wahlkampfbroschüre sorgt für Wirbel
Stoiber: Möllemann wird unter mir nicht Minister

Die Neuauflage der Antisemitismus-Debatte durch den Vizeparteichef der FDP, Jürgen Möllemann, hat Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber veranlasst, seine Zurückhaltung in Personalfragen aufzugeben.

bag BERLIN. Er gehe davon aus, dass ihm die FDP "einen solchen Vorschlag nicht unterbreiten wird", sagte er auf die Frage, ob Möllemann ministrabel sei. "Ich denke, das ist deutlich genug", erklärte er seinem Wunschpartner FDP.

Möllemann hatte in einer Postwurfsendung seine massiven Attacken gegen die israelische Regierung und den Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden, Michel Friedman, erneuert. Von Friedman forderte er zudem eine Entschuldigung für die Aussage, die Ermordung von Menschen beginne mit Worten wie denen Martin Walsers oder Möllemanns. FDP-Chef Guido Westerwelle kritisierte die Attacke seines Stellvertreters als "nicht vernünftig". Andere führende Liberale wurden deutlicher, der Ruf nach einem Rücktritt blieb aber aus.

Tröstende Worte finden zumindest die Wahlforscher für die Liberalen: Bei der Wahl am Sonntag werden Möllemanns Ausfälle kaum schaden, meinen sie. Die Wähler, die seine populistischen Tiraden verschreckt haben, "sind schon weg", meint etwa Emnid-Chef Klaus-Peter Schöppner. Im Gegenteil könnten sie womöglich eine "bescheidene Mobilisierung" bewirken. Im Frühsommer war die FDP wegen der Antisemitismus-Debatte wochenlang nicht aus den Schlagzeilen gekommen und seither in den Umfragen deutlich gefallen.

Quelle: Handelsblatt

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%