Wahlkampfmanöver vermutet
Türkei-Frage: Schröder warnt Union

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat die Union davor gewarnt, mit der Frage eines EU-Beitritts der Türkei Wahlkampf zu machen. "Sie setzen sich dem Verdacht aus, ihrem Kollegen in Hessen ein billiges Wahlkampfmanöver verschaffen zu wollen", sagte Schröder am Mittwoch im Bundestag an die Adresse von CDU und CSU. In Hessen wird im Februar ein neuer Landtag gewählt.

HB/dpa BERLIN. CSU-Landesgruppenchef Michael Glos hatte Schröder aufgefordert, beim EU-Gipfel nächste Woche in Kopenhagen der Türkei "keinen Blankoscheck" für einen Beitritt zur Europäischen Union auszustellen. "Die Türkei gehört nicht dem europäischen Kulturkreis an", sagte Glos zur Begründung.

Schröder warf CDU und CSU vor, in der Türkei-Frage die langjährige Kontinuität der deutschen Außenpolitik abzubrechen. Er zitierte dazu aus Erklärungen seines Vorgängers Helmut Kohl (CDU) und von Glos selbst, die noch 1997 den Wunsch der Türkei nach EU-Mitgliedschaft unterstützt hätten.

Schröder will am Abend bei einem Treffen mit Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac besprechen, ob der Türkei beim EU-Gipfel ein konkretes Datum für die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen genannt werden sollte oder nicht.

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