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Wahlkampfstart in Afghanistan

Knapp drei Jahre nach dem Sturz der Taliban hat am Dienstag der Wahlkampf für die erste freie Präsidentenwahl in Afghanistan begonnen. Als Favorit unter den 18 Kandidaten gilt der besonders von den USA gestützte Übergangspräsident Hamid Karsai.

dpa KABUL. Knapp drei Jahre nach dem Sturz der Taliban hat am Dienstag der Wahlkampf für die erste freie Präsidentenwahl in Afghanistan begonnen. Als Favorit unter den 18 Kandidaten gilt der besonders von den USA gestützte Übergangspräsident Hamid Karsai.

Präsidentensprecher Jawed Ludin warnte, die "Terroristen" würden alles unternehmen, den Wahlprozess zu stören. Es werde ihnen aber nicht gelingen, die Wahl am 9. Oktober maßgeblich zu behindern. Die Taliban haben eine Verschärfung ihres Terrors angekündigt.

Der Auftakt des Wahlkampfs wurde von Gewalt in mehreren Provinzen überschattet. Bei Kämpfen in der südafghanischen Provinz Sabul wurden sechs Taliban-Rebellen und ein afghanischer Soldat getötet. In der Nacht zu Dienstag hatten nach Angaben von Sicherheitskräften rund 70 Taliban-Kämpfer ein Regierungsgebäude im Distrikt Naw Bahar angegriffen. Taliban-Sprecher Mufti Latif Hakimi sagte, die Rebellen hätten einen US-Hubschrauber abgeschossen und 18 Soldaten getötet. Die US-Streitkräfte teilten dagegen mit, einer ihrer Hubschrauber sei in Urusgan "hart gelandet". Niemand sei verletzt worden.

Im neuen nordafghanischen Bundeswehr-Standort Feisabad wurden bei einer gewalttätigen Demonstration drei Mitarbeiter der britischen Hilfsorganisation "Focus" verletzt. Die Bundeswehr in Feisabad habe ihre Sicherheitsmaßnahmen verschärft, sagte der Sprecher des deutschen Wiederaufbauteams (PRT) in Kundus, Thomas Scheibe. Die Verletzten, darunter zwei Ausländer, würden im PRT in Feisabad medizinisch versorgt. Deutsche Soldaten seien von der Gewalt nicht betroffen gewesen. Unklar war zunächst, wogegen die bis zu 1000 Menschen demonstrierten.

Der Wahlkampf endet zwei Tage vor dem Urnengang. Die Wahlbehörde rief die Kandidaten dazu auf, die Verfassung und das Wahlgesetz zu achten. Berichte über unmittelbar gegen die Wahlkampagnen gerichtete Gewalt gab es am Dienstag nicht. Für die Wahl ließen sich nach UN - Angaben mehr als 10,5 Mill. Afghanen registrieren.

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