Wahlkrimi in den Vereinigten Staaten
US-Parteien schauen auf jede einzelne Stimme

Demokraten wie Republikaner blicken mit Argusaugen auf Florida: Dort kommt es bei der Neuauszählung auf jeden einzelnen Stimmzettel an. Schon werden erste Beschwerden laut.

afp TALLAHASSEE. Angesichts der Ungewissheit über den Ausgang der US-Präsidentschaftswahl haben Demokraten wie Republikaner die Neu-Auszählung der Stimmen in Florida am Mittwoch mit Argusaugen verfolgt. Laut dem ursprünglichen Ergebnis lagen weniger als 2000 Stimmen zwischen dem demokratischen Vizepräsidenten Al Gore und dem Republikaner George W. Bush. Eine demokratische Parteisprecherin drohte mit einer Klage, falls Unregelmäßigkeiten nicht nachgegangen werde. Im Bezirk Palm Beach nördlich von Miami wies das vorläufige Ergebnis einen verdächtig hohen Stimmenanteil für den Reform-Kandidaten Pat Buchanan auf. Bis zu 3000 Briefwählerstimmen aus dem Ausland waren noch nicht berücksichtigt. Aktuelle Ergebnisse finden Sie unter www.voter.com.

Die Wiederholung der Auszählung begann am Mittwochnachmittag in den Bezirken Miami-Dade und Broward. Delegationen der Parteien überwachten das Verfahren in den 67 Wahlbezirken des Sonnenscheinstaates. Es berücksichtigte inländische Briefwähler, nicht jedoch die ausländischen Voten, die noch bis zehn Tage nach der Wahl eintreffen dürfen. Zu den Briefwählern im Ausland zählen hauptsächlich US-Soldaten sowie in Israel lebende US-Bürger. 1996 hatten laut CNN mehr als 54 Prozent von ihnen republikanisch gestimmt, obwohl Florida damals insgesamt mehrheitlich für US-Präsident Bill Clinton votierte.

Die Demokratensprecherin sagte in einem Fernsehinterview, die Neuzählung gehe zu schnell. Beschwerden würden nicht ausreichend berücksichtigt. In Palm Beach regten sich mehrere hundert Wähler über einen Fehldruck auf den Stimmzetteln auf, der Gore womöglich entscheidende Stimmen kostete. "Viele von uns wissen nicht, ob wir so abgestimmt haben, wie wir es beabsichtigt hatten", klagte die Rentnerin Eleanor Merblum. Rechtsaußen Buchanan kam in dem Wahlkreis auf sensationelle 3400 Stimmen, während er sich im wesentlich bevölkerungsreicheren Miami nur 560 Stimmen sichern konnte. Insgesamt wurde er in Florida von 17.000 Menschen gewählt.

Einige Links zur amerikanischen Präsidentschaftswahl

Noch mehr Informationen, Analysen über den Wahlausgang und Gegenüberstellungen der beiden Kandidaten finden Sie unter
www.voter.com: Umfrageergebnisse und erste Hochrechnungen
www.georgebush.com: Offizielle Homepage von George Bush
www.algore.com: Offizielle Homepage von Al Gore
www.clerkweb.house.gov: Informationen über 100 Jahre Präsidentschaftswahlen in den USA
www.usinfo.state.gov: Amtliche Analysen und Berichte des amerikanischen Außenministeriums

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