Wahlparteitag
Stoiber greift Gehaltsentwicklung von Top-Managern an

Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber (CSU) hat in seiner Rede auf dem CDU-Parteitag erneut die Gehaltsentwicklung bei Top-Managern scharf kritisiert.

Reuters FRANKFURT. Es ärgere ihn, wenn Unternehmensvorstände, die selbst Mill. von Euros verdienten, sagten, der Gürtel müsse enger geschnallt werden, sagte Stoiber am Dienstag in der Frankfurter Messehalle unter dem Applaus der rund 1 000 Delegierten. "Wo sollen denn der Busfahrer und die Krankenschwester den Gürtel enger schnallen? Das ist leicht gesagt aus dem Elfenbeinturm." Sich selbst als Manager höhere Löhne und Tantiemen zu genehmigen und den anderen Verzicht zu predigen, "das passt nicht in zu unserer Gesellschaft." Man müsse sich auch mit den kleinen Leuten auseinander setzen.

Bereits am Montag hatte Stoiber die Gehaltszuwächse bei Managern, insbesondere im Vorstand der Deutschen Telekom kritisiert. "Es ist den Bürgern nicht zu vermitteln, wenn zum Beispiel bei der Telekom die Vorstandsgehälter um bis zu 89 % erhöht werden, wenn gleichzeitig die Volksaktie, in die viele kleine Sparer ihr Geld gesteckt haben, historische Tiefststände erreicht", hatte Stoiber dem "Manager Magazin" gesagt.

In der Union wurden Stoibers Äußerungen als wahltaktisches Manöver gewertet, mit dem er mehrere Mill. verärgerter Telekom-Aktionäre für sich gewinnen wolle. Als Wahlsieger hätte Stoiber entscheidenden Einfluss auf die Personalpolitik bei der Telekom. Der Bund ist größter Telekom-Aktionär. Konzernchef Ron Sommer steht wegen des rapide gesunkenen Aktienkurses der Deutschen Telekom in der Kritik. In der vergangenen Woche war der Wert des Papiers erstmals unter zehn Euro gesunken. Aktionärsschützer hatten kritisiert, dass 2001 die Gehälter der Vorstandsmitglieder insgesamt um knapp 90 % höher lagen als im Vorjahr.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%