Wahlrecht in Bayern
Landtag schrumpft auf 180 Abgeordnete

Mit der Wahl am 21. September wird der Bayerische Landtag von 204 auf 180 Abgeordnete verkleinert. Das hatten die Bürger 1998 in einem Volksentscheid mit großer Mehrheit beschlossen.

HB/dpa MÜNCHEN. 92 Abgeordnete ziehen künftig als Direktkandidaten in das Münchner Maximilianeum ein, die restlichen 88 über die Liste. Die Parteien treten dabei nicht landesweit mit einer Bayern-Liste an, sondern mit je einer selbstständigen Liste in den sieben bayerischen Regierungsbezirken (Wahlkreisen): Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz, Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken und Schwaben.

Die Spitzenkandidaten der Parteien können deshalb längst nicht überall gewählt werden. Sie stehen - wie die übrigen Bewerber auch - nur in ihrem eigenen Regierungsbezirk auf dem Stimmzettel. Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) und sein Herausforderer Franz Maget (SPD) sind also nur in Oberbayern wählbar.

Jeder Bürger hat zwei Stimmen. Mit der Erststimme wählt er in einem der 92 Stimmkreise "seinen" Direktkandidaten vor Ort. Sieger ist, wer die meisten Stimmen bekommt - die einfache Mehrheit reicht. Voraussetzung ist allerdings, dass die Partei des Bewerbers landesweit mindestens fünf Prozent aller gültigen Stimmen erhält (Sperrklausel).

Die Zweitstimme gilt der Liste. Auch sie ist stark personenbezogen: Es wird nicht eine Partei insgesamt angekreuzt, sondern ein einzelner Kandidat - egal auf welchem Platz er steht. Damit können die Wähler die von den Parteien vorgegebene Reihenfolge auf der Liste gehörig durcheinander wirbeln.

Für die Sitzverteilung werden Erst- und Zweitstimmen zusammengezählt und nach dem Grundsatz der Verhältniswahl in Mandate umgerechnet. Anders als bei der Bundestagswahl entscheidet also auch die Erststimme über die Sitzverteilung mit.

Vor fünf Jahren entfielen auf die CSU insgesamt 123 Sitze, 99 davon waren Direktmandate. Die SPD eroberte nur fünf Stimmkreise direkt, 62 Abgeordnete kamen über die Liste. Die Grünen entsandten alle 14 Parlamentarier über die Liste.

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