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Wahlsieg für Rugova

Der Präsident der abtrünnigen südserbischen Provinz, Ibrahim Rugova, hat sich zum Sieger der Parlamentswahl erklärt. „Wir haben die Mehrheit errungen“, sagte er am Sonntag in Pristina.

dpa PRISTINA. Der Präsident der abtrünnigen südserbischen Provinz, Ibrahim Rugova, hat sich zum Sieger der Parlamentswahl erklärt. "Wir haben die Mehrheit errungen", sagte er am Sonntag in Pristina.

Seine LDK habe bei der von der serbischen Minderheit weitgehend blockierten Abstimmung am Vortag mehr als die Hälfte der Stimmen erreicht. Zuvor hatte sein Sprecher als LDK-Ergebnis sogar 56,2 Prozent angegeben. Koalitionsangebote werde er jedoch erst machen, wenn in einigen Tagen die offiziellen Ergebnisse vorliegen, kündigte Rugova an.

Auf dem zweiten Platz landete nach Angaben von Wahlbeobachtern und Menschenrechtlern der einstige Rebellenführer Hashim Thaci, dessen PDK 27 Prozent erhalten habe. Sein ehemaliger Mitstreiter Ramush Haradinaj (AAK) sei auf acht, die "Ora"-Partei des Publizisten Veton Surroi auf sechs Prozent gekommen. Weil die zehnprozentige serbische Minderheit aus Protest gegen die schlechte Sicherheitslage die Wahl boykottiert hatte, wurden nur 600 Serben bei der Stimmabgabe gezählt. Dennoch besetzen ihre Vertreter im 120 Plätze umfassenden Parlament zehn für sie reservierte Mandate. Insgesamt wählten 53 Prozent der 1,4 Mill. Wahlberechtigten.

Erstmals seit dem Beginn der UN-Verwaltung im Kosovo im Sommer 1999 hatten die Kosovo-Behörden die Wahl selbstständig organisiert. UN - Verwalter Sören Jessen-Petersen lobte die Abstimmung als demokratisch, frei und fair ohne Unregelmäßigkeiten. Die Wahl galt als ein Test für die demokratische Reife der Behörden. Sollten daneben bis zum kommenden Sommer noch zahlreiche weitere demokratische Standards erfüllt werden, sollen Verhandlungen über die staatsrechtliche Zukunft der Region begonnen werden. Die Albaner verlangen die Unabhängigkeit, die Serben wollen die Wiederherstellung der Souveränität der Republik Serbien.

Seit die Nato-Bomben das serbische Militär aus der fast nur noch von Albanern bewohnten Provinz vertrieben haben, steht die Region unter UN-Verwaltung. Die internationale Staatengemeinschaft setzt sich für ein multiethnisches Kosovo ein. Im vergangenen März waren jedoch bei albanischen Gewaltausbrüchen 4 000 Serben vertrieben worden. Hunderte serbischer Häuser und Dutzende historische Kirchen wurden demoliert. 19 Personen waren getötet worden.

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