Wahlsystem in den USA: Super-Delegierte: Zünglein an der Waage

Wahlsystem in den USA
Super-Delegierte: Zünglein an der Waage

Noch nie wurde an einem Super Tuesday in derart vielen US-Bundesstaaten zugleich gewählt. Am Ende dieser langen Wahlnacht sollten deshalb eigentlich die Präsidentschaftskandidaten der beiden Parteien feststehen. Schließlich wurde dann in weit mehr als der Hälfte der US-Bundesstaaten ein Votum abgegeben. So war dies zumindest früher. Doch dieses Jahr ist alles anders.

mzi/ HB WASHINGTON. Zählt man Amerikanisch-Samoa, ein Atoll im Südpazifik, und die Übersee-Demokraten als separate Einheiten, dann wird am 5. Februar in 24 Staaten und Territorien abgestimmt. Die Rennen in beiden Parteien sind so eng wie nie.

Bei den Demokraten liegen Hillary Clinton und Barack Obama nur knapp auseinander, und ähnlich verhält es sich mit John McCain und Mitt Romney bei den Republikanern. Es ist deshalb trotz der Fülle der Wahlen nicht gesagt, dass am Mittwochmorgen die Lage klarer ist. Dann bekämen auf einmal die Abstimmungen in Maryland, Virginia oder Rhode Island später im Februar oder im März wieder Bedeutung.

Spannend könnte es vor allem bei den Demokraten werden, da bei diesen in den Vorwahlen das Prinzip der Proportionalität gilt. Nicht derjenige holt sämtliche Wahlmänner eines Bundesstaates für die Parteiversammlungen im Sommer, der die meisten Stimmen bekommt – wie etwa bei den Republikanern kürzlich in Florida. Bei den Demokraten teilen sich die Wahlmänner ungefähr in Relation zum Stimmenanteil auf. Deshalb müssen knappe Wahlergebnisse im Ergebnis nicht zwangsläufig zu einer Entscheidung führen.

Ins Zentrum rücken damit die Stimmen der sogenannten „Super-Delegierten“. Bei den Demokraten sind dies immerhin stattliche 796. Sie machen damit rund 20 Prozent der gesamten Delegierten von 4049 aus, die auf der viertägigen Versammlung Ende August schließlich endgültig den Kandidaten oder die Kandidatin wählen. Gewählt ist, wer 2025 Stimmen für sich gewinnen kann. Die 796 Super-Delegierten werden jedoch nicht über die Primaries bestimmt, sondern direkt von den Parteien.

Der große Unterschied: Während die über die Vorwahlen gewonnenen Delegierten zumindest dazu angehalten sind, auch für jenen Kandidaten zu stimmen, auf dessen „Ticket“ sie laufen, genießen die Super-Delegierten nahezu unbegrenzte Freiheiten. Sie können theoretisch wählen, wen sie mögen.

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