Wahlumfragen: Vier der fünf großen Institute messen annähernd Gleichstand
SPD und Union liefern sich Kopf-an-Kopf-Rennen

Zwei Wochen vor der Bundestagswahl zeichnet sich in den Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen der Parteien ab. Vier der fünf großen Institute messen mittlerweile einen annähernden Gleichstand.

HB DÜSSELDORF. Dem ZDF-Politbarometer zufolge können SPD und Union derzeit mit je 38 % der Wählerstimmen rechnen. Eine Umfrage von Infratest Dimap für die ARD sieht die SPD nun bei 38 %, die Union bei 39,5 %. Forsa ermittelte für beide Parteien je 39 %.

In der Sonntagsfrage ziehen SPD und Union erstmals in diesem Jahr im ZDF-Politbarometer der Forschungsgruppe Wahlen gleich. Während die SPD ihr Ergebnis der Vorwochen halten konnte, verliert die Union einen Punkt. Grüne, FDP und PDS erhalten unverändert 7, 8 und 4 %. In der politischen Stimmung, die etwa taktische Überlegungen ignoriert, verliert die SPD zwei Punkte auf 40 % vor der Union mit unverändert 39 %.

In der Infratest Dimap-Umfrage verliert die SPD einen Punkt und die Union 1,5 Punkte. Die FDP legt dagegen um einen Punkt auf 8,5 % zu. Die Grünen gewinnen leicht auf nun 7,5 %. Die PDS erreicht unverändert 4 %. Bei Forsa legte die SPD als einzige Partei um einen Punkt zu und zieht mit der Union gleich. Die Grünen stehen danach weiter bei 7, die FDP bei 9 und die PDS bei 4 % der Wählerstimmen. Nur das Institut für Demoskopie Allensbach hatte zuletzt einen Fünf-Prozent-Vorsprung der CDU/CSU vor der SPD gemessen.

Im Endspurt kann die SPD auf die größere Beliebtheit von Bundeskanzler Gerhard Schröder, die Union auf bessere Kompetenzwerte ihres Kandidaten Edmund Stoiber beim Thema Arbeitslosigkeit setzen. Entscheidend für die Koalitionsbildung könnte das Ergebnis der PDS werden, die an der Fünf-Prozent-Hürde steht. Laut ZDF-Politbarometer liegt Schröder bei der Frage nach dem besseren Kanzler mit 56 % weit vor Stoiber mit 35 % - der größte Abstand, der bisher gemessen wurde. In Ost- und in Westdeutschland trauen jedoch weitaus mehr Menschen der Union zu, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Im Osten sprang der Wert sogar um neun Punkte auf 35 % gegenüber 23 % für die SPD. Im Westen liegt die Union bei dem Thema mit 38 % vor der SPD mit 26 %.

Die PDS wird von allen fünf Umfrage-Instituten knapp unter oder über der Fünf-Prozent-Hürde gemessen. Damit ist nicht nur unklar, welche Partei die stärkste Fraktion stellen wird, sondern auch, welche Koalitionen möglich würden. Gelingt der PDS auch über den Gewinn von drei Direktmandaten der Wiedereinzug nicht, wäre dem ZDF-Politbarometer zufolge eine knappe Koalition der FDP mit der Union oder der SPD möglich. Aber auch SPD und Grüne kämen einer Mehrheit näher. Zieht die PDS ein, wären nur eine große Koalition oder eine Drei-Parteien-Regierung möglich.

Unsicherheit in die Vorhersagen bringt auch die noch immer hohe Zahl von unentschlossenen Wählern. Der Forschungsgruppe Wahlen zufolge sind sich bisher nur 67 % der Wähler sicher, dass es bei ihrer Wahlabsicht bleibt. 17 % sind unsicher, 16 % haben sich noch nicht entschieden.

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