"Wahnwitzige Idee"
Porsche-Chef kritisiert EU-Übernahmerichtlinie

Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hält nichts von der neuen Übernahmerichtlinie der Europäischen Union.

dpa HAMBURG/STUTTGART. "Das ist eine wahnwitzige Idee", sagte er in einem Interview des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Nach diesen Plänen soll sich ein Unternehmensvorstand während einer Übernahmeschlacht neutral verhalten. "Es kann nicht wahr sein, dass ein Unternehmensführer hilf- und wehrlos zusehen soll, wie sein Konzern von einem anderen geschluckt wird", sagte der Vorstandsvorsitzende der Dr.Ing.h.c.F. Porsche AG (Stuttgart). Er begrüßte, dass Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) sich gegen die EU-Richtlinie ausgesprochen hat.

Zugleich erneuerte der Chef des Stuttgarter Sportwagenbauers seine Haltung, auch künftig keine Quartalsberichte zu veröffentlichen. Dies erhöhe die Gefahr, dass man ein Unternehmen nur noch so steuert, dass die Quartalszahlen stimmen. "Dieses Kurzfristdenken ist in meinen Augen keine sinnvolle Unternehmensführung", meinte Wiedeking. Unter Hinweis auf den durch Quartalsberichte stimulierten Aktienhandel sagte der Autoboss, die Verpflichtung zur Quartalsberichterstattung sei vielleicht für die Deutsche Börse als "Geschäftsbesorgungsplan" kein schlechtes Modell, im Interesse Porsches sei dies nicht.

Die Deutsche Börse AG hatte Porsche bereits im Februar gedroht, seinen Platz im Aktienindex MDax zu verlieren, sollte es keine Quartalszahlen aus Stuttgart-Zuffenhausen geben. Porsche gehört zu den MDax-Schwergewichten. Die Pflicht zur Quartalsberichtstattung müssen nach dem "Regelwerk Aktienindizes" seit Anfang diesen Jahres neben den Aktiengesellschaften des Neuen Marktes und der kleinen Werte im SMax auch die 100 Unternehmen des Dax und MDax erfüllen. Noch ist offen, wann die Börse gegen Porsche vorgeht.

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