Wahrscheinlich keine englische Handgranate verwendet
Neue Erkenntnisse über Düsseldorfer S-Bahn-Anschlag

afp DÜSSELDORF. Beim Düsseldorfer S-Bahn-Anschlag, bei dem Ende Juli zehn Übersiedler aus der ehemaligen Sowjetunion verletzt worden waren, ist wahrscheinlich nicht wie bislang vermutet eine englische Handgranate verwendet worden. Es spreche derzeit mehr gegen als für einen solchen Typ, sagte der Düsseldorfer Staatsanwalt Johannes Mocken am Montag. Die Ermittler waren zunächst davon ausgegangen, dass es sich bei der Granate um einen Typ der so genannten Mills-Bombs aus englischer Fabrikation handelte, die für den Ersten und Zweiten Weltkrieg produziert worden waren. Mocken trat aber Vermutungen entgegen, wonach die Ermittler monatelang eine falsche Fährte verfolgt hätten. Der Untersuchungsauftrag zum Sprengkörper sei sehr breit gewesen, betonte der Staatsanwalt.

Das Gutachten zum verwendeten Sprengkörper soll laut Mocken in einigen Wochen vorliegen. Die Bundeswehr untersuche derzeit, womit der Anschlag verübt worden sei. Es könne sich um ein komplettes Selbstkonstrukt oder auch um einen anderen Sprengkörper handeln. Mocken betonte zudem, dass auch die Ermittlungen zu dem Anschlag weiterhin in allen Richtungen gingen. Das Attentat hatte die aktuelle Debatte über rechte Gewalt und ein NPD-Verbot ausgelöst, da ein fremdenfeindlicher oder antisemitischer Hintergrund von den Ermittlern nicht ausgeschlossen werden konnte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%