Wahrscheinlich knapper Sieg Musevenis
Präsidentenwahlen in Uganda

dpa KAMPALA. Im ostafrikanischen Staat Uganda haben am Montag Wahlen zu einem neuen Präsidenten stattgefunden, die allgemein friedlich verliefen. In einigen Wahlbezirken wurde allerdings über Wahlbetrug berichtet. Etwa zehn Millionen Wahlberechtigte waren zur Abstimmung aufgerufen, die wegen organisatorischer Schwierigkeiten um fünf Tage verschoben worden war. Gegen Amtsinhaber Yoweri Museveni traten fünf Herausforderer an. Stärkster Rivale ist sein ehemaliger Leibarzt und politischer Weggefährte, Oberst Kizza Besigye.

In einer Pressemitteilung von Besigye hieß es, in sechs Wahlbezirken seien Agenten der Regierung mit Gewalt gegen Anhänger des Oppositionsführers vorgegangen. Die Opposition werde die Ergebnisse in zwei dieser sechs Bezirke nicht akzeptieren. Museveni sagte bei seiner Stimmabgabe in seinem Heimatdorf im Südwesten des Landes, er sei zuversichtlich, dass er die Wahl gewinnen werde ohne noch einmal antreten zu müssen. Für den Wahlsieg benötigt ein Kandidat mehr als 50 Prozent der Stimmen. Die meisten Beobachter sagen einen knappen Sieg Musevenis voraus.

Der 57-jährige Museveni regiert das Land mit seiner "Bewegung des nationalen Widerstands" (NRM) seit 15 Jahren. 1986 hatte er in fünfjährigem Buschkrieg den Diktator Milton Obote vertrieben. Zehn Jahre später ließ sich Museveni zum ersten Mal rechtmäßig zum Präsidenten wählen. In Uganda herrscht das so genannte Kein-Parteien- System, nach dem Parteien zwar existieren, aber keine Kandidaten aufstellen dürfen. Jeder der rund 20 Millionen Ugander ist dafür von Geburt an Mitglied der NRM.

In Besigye, der ebenfalls der Bewegung angehört, hat Museveni nach Ansicht von politischen Beobachtern zum ersten Mal einen starken Konkurrenten. Sollte keiner der Kandidaten auf Anhieb mehr als 50 Prozent der Stimmen erreichen, gibt es eine Stichwahl. Nach einem von Gewalt überschatteten Wahlkampf fürchten besonders die Einwohner der Hauptstadt Kampala mögliche Ausschreitungen. Museveni hatte vor wenigen Tagen seinen Armee-Kommandeur Jeje Odongo zum Chef einer Spezialeinheit ernannt, die die Wahlen sichern soll.

Beobachter kritisierten vor allem die "staatlich inspirierte Gewalt" während des Wahlkampfes.

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