Wal-Mart verstärkt schlechte Stimmung
US-Börsen begrenzen Verluste

Enttäuschende Konjunkturdaten und Anlegerängste vor einem Krieg am Persischen Golf trieben die Aktienkurse am Montag auf ihren tiefsten Stand seit vier Jahren.

rtr/dpa NEW YORK. Eine Umsatzwarnung beim weltweit größten Einzelhändler Wal-Mart Stores habe den negativen Grundton mitgeprägt, sagten Händler. Die schlechten Nachrichten hätten die Investoren erneut daran erinnert, dass eine Erholung der US-Konjunktur nicht unmittelbar zu erwarten sei, sagten Händler.

Der 30 Standardwerte umfassende Dow-Jones-Index fiel um 109,87 Punkte oder 1,43 % auf 7 591,58 Zähler und schloss damit auf dem niedrigsten Stand seit August 1998. Im Tagesverlauf war das führende Kursbarometer jedoch bis zu 238 Punkte abgestürzt. Der breitere Standard & Poor's 500-Index gab um 12,11 Punkte oder 1,46 % auf 815,26 Zähler nach. Im September verlor der S&P-Index damit rund elf Prozent. Das ist der größte monatliche Rückgang seit dem Verlust von 14,6 % im August 1998. Der technologielastige Nasdaq-Index schloss mit einem Minus von 27,23 Punkten oder 2,27 % auf 1 171,91 Zählern - der tiefste Stand seit September 1996.

"Ein Unternehmen nach dem anderen kündigt niedrigere Gewinne an", sagte Gary Wedbush, Leiter der Handelsabteilung bei Wedbush Morgan in Los Angeles. "Die wirtschaftlichen Fundamentaldaten und die der Unternehmen treiben die Dinge an. Die Gewinnprognosen für dieses und für das kommende Quartal scheinen noch immer zu hoch zu sein", fügte er hinzu. Einige Anleger hätten das niedrigere Kursniveau im späten Geschäft zu Käufen genutzt, sagten Händler. "Der Markt ist deutlich überverkauft, und man hat wieder einige Käufe gesehen", sagte Todd Leone, Leiter Aktienhandel bei SG Cowen Securities.

Der unerwartet starke Rückgang des an den Märkten viel beachteten Index der Chicagoer Einkaufsmanager habe das Geschäft belastet, sagten Händler. Das Chicagoer Konjunkturbarometer fiel im September auf saisonbereinigt 48,1 (August 54,9) Punkte und damit deutlich unter die 50-Punkte-Marke, ab der die Expansion einer Branche angezeigt wird. Volkswirte hatten 53,1 Punkte vorausgesagt. Die Daten gelten bei Analysten als zuverlässiger Indikator für den US-Einkaufsmanager-Index des Institute for Supply Management (ISM), der am Dienstag veröffentlicht wird.

Der Aktienkurs von Wal-Mart gab rund vier Prozent auf 49,24 Dollar nach. Der Einzelhandelskonzern hatte zuvor seine Verkaufsprognosen für September gesenkt. Auch die Federated Department Stores senkten ihre Verkaufsprognosen für September für die Geschäfte, die mindestens ein Jahr geöffnet waren. Die Titel verloren rund 5,5 % auf 29,44 Dollar. Der Einzelhandelsindex des S&P gab rund 4,2 % auf 264 Punkte nach. "Die Leute sind unglaublich desillusioniert angesichts der derzeitigen Nachrichten, und sie sehen keinen wirklichen Katalysator für einen Aufwärtstrend", sagte Philip Dow von RBC Dain Rauscher.

Der Aktienkurs des Chipkonzerns Intel fiel rund fünf Prozent auf 13,89 Dollar. Der Konzern erwartet nach eigenen Angaben eine Trendwende in der Computerbranche erst dann, wenn sich die Unternehmensgewinne wieder erholen.

An der New Yorker Börse wechselten rund 1,74 Mrd. Aktien den Besitzer. 1 468 Werte legten zu, 1 796 gaben nach, 156 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 1,64 Mrd. Aktien 1 525 im Plus, 1 848 im Minus und sieben unverändert.

An den US-Kreditmärkten tendierten die richtungweisenden zehnjährigen Staatsanleihen mit 106-11/32 Punkten um 16/32 höher. Sie rentierten auf diesem Niveau mit 3,60 %. Die 30-jährigen Bonds kletterten 5/32 auf 110-31/32 Zähler, wobei sich eine Rendite von 4,67 % ergab.

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