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Wall Street: Alcoa und Motorola drücken auf den US-Handel

Zur Wochenmitte haben die beiden großen US-Indizes im Minus eröffnet. Der Dow Jones verliert eine halbe Stunde nach Handelsbeginn 56 Punkte und notiert bei 9942 Zählern. Die Nasdaq handelt mit einem Verlust von 27 Punkten bei 1976 Zählern.

Damit handeln beide Indizes wieder unterhalb ihren "magischen Marken" von 10.000 Punkten für den Dow Jones und 2000 Punkten für die Nasdaq, die sie am Dienstag zumindest zeitweise übersprungen hatten. Diese beiden "magischen Marken" haben in den letzten Tagen viel von ihrem Zauber verloren. Weiterhin sind sie unleugbar Widerstandlinien für die Indizes, bieten aber wenig Unterstützung, wenn sie einmal überschritten sind.

Im Oktober ist das Handelsbilanzdefizit auf 29,4 Milliarden Dollar gewachsen. Analysten hatten mit dieser Höhe nicht gerechnet. Im Vormonat war es gesunken und hatte lediglich bei 19 Milliarden Dollar gelegen, was allerdings den zahlreichen Kapitaltransfers von Versicherungen nach den Terroranschlägen des 11. Septembers zuzuschreiben war. Das Volumen der ein- und ausgeführten Waren ist auf dem niedrigsten Stand seit zwei Jahren. Den US-amerikanischen Warenproduzenten fällt es angesichts der weltweit schwachen Wirtschaftslage immer schwerer, ihre Produkte ins Ausland zu verkaufen. Zudem verteuert der aktuell starke Dollar die Waren für andere Länder.

Einige schlechte Nachrichten machen am Mittwoch die Runde auf dem New Yorker Börsenparkett. Auf den Dow Jones Index drücken vor allem die Papiere von Alcoa . Der weltgrößte Aluminium Produzent hat am Morgen eine Warnung ausgesprochen: Aufgrund der schwachen Konjunktur, niedriger Metallpreise und finanzieller Schwierigkeiten einiger Kunden werde das Unternehmen im vierten Quartal lediglich einen Gewinn von zehn Cents pro Aktie melden. Damit werden die Analystenschätzungen um satte 25 Cents verfehlt. Alcoa verliert sieben Prozent.

Auch Motorola sieht sich "auf einem steinigen Weg". Der nach Nokia zweitgrößte Handyhersteller der Welt erwartet für das kommende Jahr einen Umsatzrückgang und hat angekündigt, 9.400 Mitarbeiter zu entlassen. Diese Nachricht drückt auf den gesamten Kommunikationssektor. Motorola verliert vier Prozent, Konkurrent Nokia gibt drei Prozent ab, Ericsson verliert 4,4 Prozent.

Unter Druck stehen auch die Chiphersteller und Chipzulieferer. Auf letztere drücken weiter die enttäuschenden Ergebnisse, die Micron Technology vorgelegt hat. Micron, einer der Weltmarktführer für DRAM Chips, hat im ersten Quartal einen Verlust von 352 Millionen Dollar oder 44 Cents pro Aktie eingefahren. Die durchschnittlichen Erwartungen werden damit um fünf Cents verfehlt. Die Aktie von Micron hat in den vergangenen drei Monaten 72 Prozent zugelegt, am Morgen gibt das Papier 4,3 Prozent ab.

Zu den wenigen guten Nachrichten am Mittwochmorgen gehört das Ergebnis des Netzwerk-Providers 3Com . Zwar hat sich der Umsatz des Unternehmens im abgelaufenen Quartal halbiert, und der Anteilsverlust beläuft sich auf 14 Cents. Doch konnte man die Analystenerwartungen von minus 22 Cents pro Aktie deutlich schlagen. Finanzvorstand Michael Rescoe geht optimistisch ins neue Kalenderjahr: 3Com werde im vierten Quartal vermutlich schwarze Zahlen schreiben. Papiere von 3Com legen fast zehn Prozent zu.

Mit einem Plus von fast zwei Prozent stärkt die Aktie der Citigroup am Morgen den Finanzsektor und den Dow. Investoren gefällt, dass Citigroup im kommenden Quartal einen Teilbereich der Versicherungstochter Traveler?s selbstständig an die Börse bringen will. zu bringen. Es handelt sich dabei um einen 20 Prozent Anteil an der Traveler?s Property Casualty Gesellschaft, die auf Immobilien-, Hausrat- und Haftpflichtversicherungen spezialisiert ist. In der zweiten Phase sollen die verbleibenden Anteile bis Ende 2002 an die Aktionäre ausgegliedert werden.

Der Airlinesektor notiert am Morgen mit gut einem Prozent im Minus. Offensichtlich sind Anleger von der Branche nicht so angetan wie die Analysten von Merrill Lynch, die sich am Morgen positiv äußern. Die Passagierzahlen hätten sich weitgehend erholt, sagen sie, und die Umsatzeinbußen im November und Dezember dürften gegenüber den Vergleichsmonaten 2000 unter 20 Prozent liegen. Bei Merrill Lynch gelten defensive Airline-Aktien wie Southwest und Frontier sowie die regionalen Carrier SkyWest und Atlantic Coast als Favoriten. Aktien von Alaska Air, Continental, Delta, Northwest und AMR, der Holding hinter American Airlines, könnten sich in den nächsten zwölf Monaten im Wert verdoppeln, sagen die Experten.

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