Archiv
Wall Street am Wochenende: US-Märkte handeln unentschlossen

Auf und ab geht es an der Wall Street, die beiden großen US-Indizes haben in den ersten Handelsstunden die Null-Linie schon mehrfach überschritten und notieren mal im Plus, mal im Minus. Zur Mittagsstunde verliert der Dow Jones acht Punkte, die Nasdaq steht bei einem Minus von fünf Zählern.

Auf Wochensicht hat der Dow Jones bereits 2,9 Prozent abgegeben, die Nasdaq 3,9 Prozent verloren. Nach einem Rekord-November und einer starken ersten Dezemberwoche ziehen vorsichtige Anleger Geld aus dem Markt. Vielen ging die Erholung nach den Septembertiefständen zu schnell und zu weit. Zuletzt hatte eine wahre Welle von Entlassungen und Gewinnwarnungen am Mittwoch und Donnerstag den Markt erschüttert.

Den Dow Jones stützt zur Stunde das Papier von McDonald?s, das mehr als fünf Prozent zulegt. Das Unternehmen erwartet einen Quartalsgewinn von 34 Cents pro Aktie, was einen Penny unter dem Konsens der Wall Street Analysten liegt. Diese Stabilisierung der Geschäfte werten Analysten nach drei Quartalen mit negativem Wachstum schon als einen Erfolg, zumal CEO Jack Greenberg optimistisch in das neue Jahr geht. Er schraubt die Erwartungen hoch auf 1,47 bis 1,54 Dollar Gewinn je Aktie. Analysten hatten zuvor mit einem Plus von 1,49 Dollar je Aktie gerechnet. Für McDonald?s läuft nach dem Ende von Rinderwahn und Maul- und Klauenseuche das Geschäft in Europa wieder besser, das ein Drittel des Gesamtumsatzes ausmacht.

Auch andere Restaurantketten, darunter Wendy?s, Outback, Darden und die Muttergesellschaft von Kentucky Fried Chicken, Taco Bell und Pizza Hut, Tricon, handeln deutlich in der Gewinnzone und machen die Branche zum stärksten Sektor im Freitagshandel.

Schwächste Aktie im Standardindex ist Disney. Die Analysten von Merrill Lynch säbeln an den Ertrags- und Umsatzprognosen des Entertainmentriesen. Das Ergebnis dürfte im ersten Quartal bei lediglich acht Cents pro Aktie liegen und damit 75 Prozent unter dem Vorjahresniveau. In den nächsten Quartalen sollte es für das Unternehmen jedoch wieder aufwärts gehen, vor allem dank einer Erholung im Merchandising und Filmgeschäft. Merrill Lynch stuft Disney nur noch mit "halten" ein und das Papier verliert 4,3 Prozent.

Mit einem Minus von mittlerweile 17 Prozent ist der Energieriese Calpine größter Verlierer an der Wall Street. Schon seit Tagen heißt es auf dem Parkett, die Unternehmensstruktur von Calpine sei der des gescheiterten Konkurrenten Enron ähnlich. Calpine distanziert sich von dieser Interpretation. Am Freitag droht die Rating-Agentur Moody?s, die Kreditwürdigkeit Calpines zu senken und das Unternehmen - wie zuvor Enron - auf "Junk"-Status zu setzen. Calpine und Konkurrenten wie Dynegy, Duke, Williams und Reliant handeln nahe ihrer 52-Wochen-Tiefs.

Aktivster Sektor im Freitagshandel ist die Pharma- und Biotechbranche. Bristol-Myers Squibb legt 2,5 Prozent zu, obwohl das Management am Vorabend einen Ertragsrückgang um bis zu 6,6 Prozent angekündigt hatte. Das Unternehmen verliert im nächsten Jahr den Patentschutz für sein Diabetes-Mittel Glucophage und muss mit starker Konkurrenz durch Generika rechnen. Die Analysten von Lehman Brothers sehen in der Aktie mit Blick auf die vielversprechende Pipeline dennoch einen "überdurchschnittlichen Marktperformer". Wenige Tage vor einem Analystentreffen verliert die Aktie von Pfizer ein Prozent, obwohl das Unternehmen für 2002 ein Gewinnwachstum um 20 Prozent erwartet und von Analysten das "am besten positionierte Unternehmen der Branche" genannt wird.

Weiter bergab geht es für die Papiere von Amgen und Immunex. Die Übernahmeverhandlungen der beiden Konzerne beeindrucken Analysten nicht, die Deutsch Banc Alex Brown hält eine Fusion für "unwahrscheinlich". Vor allem der Preis von 18 Milliarden Dollar, den Amgen zahlen wollte, scheint Marktbeobachtern zu hoch, zumal Immunex einen Jahresumsatz von nur einer Milliarde Dollar hat. Amgen verliert 5,5 Prozent, Immunex gibt drei Prozent ab.

Pharmacyclics ist der große Verlierer unter den Biotechs. In Tests an 400 Patienten konnten Forscher nicht feststellen, dass das Krebsmedikament Xcytrin die Ausbreitung von Metastasen in das Gehirn verhindern konnte. Verbesserungen an dem Medikament und neue Tests werden eine Markteinführung um mindestens zwei Jahre verschieben, meinen die Analysten der USB Piper Jaffray. Sie verpassen der Aktie ein Downgrade. Pharmacyclics bricht um 55 Prozent ein.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%