Wall Street: Arbeitsmarkt und Analysten beflügeln die US-Märkte

Archiv
Wall Street: Arbeitsmarkt und Analysten beflügeln die US-Märkte

Nach zwei Tagen im grünen Bereich setzen die US-Märkte ihre Klettertour fort. Eine halbe Stunde nach Handelsbeginn steht der Dow Jones Index mit 62 Punkten im Plus, die technologie-orientierte Nasdaq legt 26 Punkte zu und notiert auf 2070 Punkten. Marktbeobachter rechnen bereits damit, im Tagesverlauf 2100 Punkte überschreiten zu können.

Unterstützung erfährt der Handel am frühen Morgen aus dem Arbeitsmarkt. Im Dezember wurden nur noch 124.000 Jobs abgebaut - davon 77.000 im Einzelhandel, der unter einem unerwartet schwachen Weihnachtgeschäft zu leiden hatte. Damit ist die Arbeitslosenquote zwar erneut gestiegen und liegt jetzt bei 5,8 Prozent. Doch steigt die Zahl der Entlassungen nun deutlich langsamer als in den Monaten nach dem 11. September. 1,4 Millionen Amerikaner haben ihren Job seit Beginn der Rezession im März 2000 verloren. Gestiegen ist allerdings der durchschnittliche Wochenlohn des amerikanischen Arbeiters - er liegt ein halbes Prozent höher als noch im November.

Analysten sehen sich durch den Arbeitsmarkt und die Kursentwicklungen der letzten beiden Handelstage in ihren meist bullishen Prognosen für 2002 bestätigt. "Der Markt ist in Schwung gekommen", sagt Peter Cardillo, Chefstratege bei Global Partners Securities, und verweist auf eine seit Tagen zitierte Faustregel: "Die Tendenz der ersten Handelstage gibt weitgehend den Trend für das ganze Jahr wieder." Es scheine, als sei tatsächlich viel Hoffnung auf eine konjunkturelle Erholung im Markt.

Auch Abby Cohen, Investment Strategin von Goldman Sachs, gibt sich am Morgen weiter bullish für die Wall Street. Am 24. September, nahezu exakt zum Tiefstpunkt des Aktienmarktes, hatte die Analystin die Aktiengewichtung in den Modellportfolios auf 75 Prozent angehoben. An dieser Gewichtung gebe es keinen Grund zu rütteln. Cohen sieht Ende des Jahres einen S&P 500 Index in der Spanne von 1.300 bis 1.425 Punkten . Der Dow Jones Index könne eine Spanne von 11.300 bis 12.400 Punkte erreichen. "Wir erwarten in den nächsten Monaten eine Konjunkturerholung und glauben, dass es für die Konjunktur-Schwarzseher eher schlecht steht", erklärt Cohen.

Die Techwerte stehen auch zum Wochenschluss im Mittelpunkt des Interesses, allen voran die Unternehmen der Chipbranche. Nachdem der Speicher-Spezialist EMC schon in den letzten Tagen satte Zugewinne verbuchen konnte, äußert sich die Bank of America am Morgen positiv. Die Analysten sehen das Unternehmen an einem Wendepunkt und glauben an eine starke Entwicklung in den nächsten Quartalen. Die Bank of America setzt das Kursziel für EMC auf 20 Dollar herauf und bleibt bei einer "Kauf"-Empfehlung. EMC gewinnt erneut 4,6 Prozent und wird für 17,35 Dollar gehandelt.

Chipriese Intel legt in den ersten Handelsminuten 2,2 Prozent zu und notiert bei 36,30 Dollar. Die Analysten von Salomon Smith Barney haben sich dem Unternehmen angenommen und glauben, "alles Zeichen deuten auf einen starken Abschluss des vergangenen Quartals hin." Stabile Nachfrage und vergleichsweise hohe Preise würden die Ergebnisse weiter stützen. Salomon Smith Barney bleibt bei einer "Kauf"-Empfehlung und setzt die Gewinnerwartungen für das laufende Quartal von 40 Dollar auf 45 Dollar.

Positive Kommentare stützen den Softwaresektor. JP Morgan wertet die Adobe -Aktie auf und empfiehlt zu "kaufen". Das Unternehmen werde in den nächsten beiden Quartalen einige interessante Produkte launchen, die die Geschäftsergebnisse positiv beeinflussen könnten. Die Experten der Bank of America bestätigen ihre Einstufung der Siebel-Aktie als "Top Pick" und nennen ein Kursziel von 45 Dollar, nachdem sie sich mit den Dezemberzahlen des Unternehmens befasst haben. Diese seien wohl auf dem prognostizierten Niveau oder besser. Adobe verbessert sich am Morgen um fast elf Prozent, Siebel legt 7,3 Prozent zu. Brachenriese Microsoft legt ein halbes Prozent zu, der Softwareindex gewinnt gut drei Prozent.

Um fast zehn Prozent klettert der Kurs der Kaffeekette Starbucks . Das Unternehmen hat im Dezember die Verkaufszahlen um drei Prozent gegenüber dem Vormonat und 22 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres verbessert. Analysten zeigten sich von dem Anstieg positiv überrascht, Merrill Lynch stuft das Papier am Morgen auf "kaufen" auf.

Nach ein paar ruhigen Tagen melden sich am Morgen auch Enron und Dynegy in den Schlagzeilen zurück. Enron will eine Nutzungsoption Dynegys für die profitable Northern Natural Gas Pipeline anerkennen. Dynegy hingegen räumt Enron ein Rückkaufrecht bis Ende Juni ein, falls sich der im Gläubigerschütz stehende Konzern wieder erholen würde. Die Aktien beider Energietrader legen um mehr als sechs Prozent zu.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%