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Wall Street atmet auf

Die Wall Street atmet auf. Das US-Wirtschaftswachstum legte im zweiten Quartal um 0,2 Prozent zu. Die Futures drehten nach den guten Nachrichten schlagartig ins Plus.

NEW YORK. Die Mehrheit der Analysten hatte nach den Daten zum Verbrauchervertrauen befürchtet, dass das Bruttoinlandsprodukt der USA im vergangenen Quartal erstmals seit acht Jahren gesunken sein könnte. So ähnlich kam es dann auch. Die US-Wirtschaft wuchs in den vergangenen drei Monaten so langsam wie in der Tat seit acht Jahren nicht mehr. Doch sie wuchs! Die Anleger sind sichtlich erleichtert.

Die Futures drehten ins Plus. Statt auf einen knapp behaupteten Handelsstart deuten die Eröffnungsindikatoren nun einheitlich auf einen freundlichen Handelsstart. Der S&P 500 Future klettert vier Punkte in den grünen Bereich. Der Eröffnungsindikator der Nasdaq steigt auf neun Zähler.

Zu den vorbörslich am meisten gehandelten Aktien gehörten die Titel von Ciena, Cisco und JDS Uniphase. Sie alle gewinnen an Wert. Auch das Papier von Intel verteuert sich im außerbörslichen Handel, obwohl die Analysten von Credit Suisse First Boston davon aus gehen, dass Intel die Geschäftsprognosen nicht einhalten wird. Gemessen an den Gewinnerwartungen für 2002, notiert die Aktie bei einem KGV von 57. Aufgrund der hohen Bewertung, könne man den Wert lediglich mit "halten" einstufen.

Vorbörslich schwächer notiert die Aktie von Juniper Networks. Die Analysten von Merrill Lynch senken die Gewinnerwartungen für den Netzwerkausstatter für das laufende und kommende Geschäftsjahr. Die Aktie wird mit "kurzfristig akkumulieren" und "langfristig kaufen" bewertet.

Positiv aufgenommen werden dagegen Gateways geplante Umstrukturierungsmaßnahmen. Die Aktie des zweitgrößten Computer-Dirketverkäufers gewinnt an Wert, nachdem Gateway ankündigte, fast 25 Prozent der Belegschaft und damit rund 5000 Mitarbeiter zu entlassen. Allein in den USA will das Unternehmen 15 Prozent der Stellen abbauen. Die Kosten, die durch Abfindungen entstehen, werden sich im dritten Quartal auf 475 Millionen Dollar belaufen. Zudem wird das US-Unternehmen alle Firmenaktivitäten in Malaysia, Singapur, Japan, Australien und Neuseeland einstellen. Ob auch der Markt in Europa aufgegeben werden soll, wird in den nächsten 30 Tagen entschieden werden. Die durchschnittlichen Gewinnerwartungen der Analysten an der Wall Street für das dritte Quartal liegen bei einem Cent pro Aktie. Im laufenden Jahr hat die Aktie von Gateway bereits 87 Prozent ihres Wertes eingebüßt. Neben Gateway legten auch die Aktien von Gateways größtem Konkurrenten Dell und Computervertreiber Compaq vorbörslich an Wert zu.

Das Papier von H&R Blocks notiert vor der Handelseröffnung ebenfalls im Plus. Der auf Privatkunden spezialisierte Steuerberater hat die Verluste im ersten Quartal stark eingedämmt. Der Fehlbetrag wurde in den vergangenen drei Monaten von 28 Cents Verlust im Vorjahr auf nun 17 Cents pro Aktie reduziert. Damit liegt das Ergebnis im Rahmen der Analystenerwartungen. Der Geschäftsverlauf profitierte vor allem durch ein steigendes Volumen an Hypothekenfinanzierungen. Die Analysten von Goldman Sachs korrigieren die Gewinnprognosen für das Gesamtjahr um einen Cent auf 2,02 Dollar pro Aktie nach oben. Die Einstufung der Aktie bleibt aufgrund der schleppenden Entwicklung im Bereich der Finanzdienstleistungen lediglich bei "halten".

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