Wall Street beflügelt
Dax schaltet zum Schluss den Turbo ein

Ein Rekordkredit an Brasilien, eine gut gelaunte Wall Street und technische Faktoren trieben die deutschen Aktienkurse in die Höhe. Und wieder einmal zeigte MLP die spektakulärste Show.

Reuters FRANKFURT. Beflügelt von kräftigen Kursgewinnen bei Bankenwerten und den Aktien von MLP sowie stark anziehenden US-Börsen hat der Deutsche Aktienindex (Dax) am Donnerstag deutlich fester geschlossen.

Händlern zufolge profitierten die deutschen Banken ebenso wie ihre US-Mitbewerber von der psychologischen Wirkung eines Rekordkredites des Internationalen Währungsfonds (IWF) für Brasilien. Zur Verhinderung einer Krise in der größten Volkswirtschaft Südamerikas hat der IWF Brasilien einen Kredit von 30 Milliarden Dollar gewährt. Der Großteil der Erholung der deutschen Werte gehe jedoch auf die technische Reaktion auf die Kursverluste der vergangenen Wochen zurück, hieß es. Die kräftige Kurssteigerung bei MLP basiere unter anderem auf Käufe der zur Deutschen Bank gehörenden Fondsgesellschaft DWS.

Dax schließt mit einem Plus von 6 Prozent

Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss am Donnerstag 6,2 Prozent fester bei 3 679,26 Zählern, während am Neuen Markt der Auswahlindex Nemax50 nur um 1,7 Prozent auf 489,85 Punkte stieg. Der Nebenwerte-Index MDax lag unterdessen 1,3 Prozent im Plus bei 3 402,99 Stellen. Der Dow Jones EuroStoxx50 der größten europäischen Aktien zog um 4,9 Prozent auf 2 734,50 Zähler an.

An der Wall Street tendierte der Dow Jones bei Börsenschluss in Deutschland 1,4 Prozent höher bei 8 571 Stellen, während der technologielastige Nasdaq-Index 1,3 Prozent auf 1 297 Punkte gewann.

Nervosität am Markt bleibt bestehen

Angesichts der unklaren Konjunkturaussichten bleibe die Nervosität am Markt bestehen, sagten Händler weiter. Viele Anleger engagierten sich daher derzeit nur kurzfristig. Der VDax, der über die Schwankungsbreite des Börsenbarometers Auskunft gibt, rutschte am Donnerstag zwar um gut sechs Prozent ab, lag damit aber immer noch auf dem Niveau kurz nach den Anschlägen vom 11. September.

Bankwerte und MLP die größten Gewinner

Der Branchenindex für den Bankensektor im Dax stieg um 7,1 Prozent. Seit Mai hatte der Subindex mehr als ein Drittel seines Wertes eingebüßt. Selbst die Aktien der Commerzbank festigten sich um 9 Prozent auf 10,68 Euro, obwohl das Unternehmen zuvor seine Gewinnziele für 2002 in Frage gestellt hatte.

Unterdessen verbuchten auch die US-Großbanken kräftige Kursgewinne. Die Titel von Citigroup und JP Morgan verteuerten sich beispielsweise jeweils um mehr als 6 Prozent.

Die Aktien von MLP verteuerten sich um knapp 30 Prozent auf 14,30 Euro, nachdem sie Anfang des Monats in Reaktion auf eine Korrektur der Gewinnprognose auf den tiefsten Stand seit sechs Jahren gefallen war. Dennoch liegt der Wert des Titels immer noch gut 80 Prozent unter dem Niveau zu Jahresbeginn.

Die DWS ist eigenen Angaben zufolge gegenüber MLP sehr positiv eingestellt und kauft Anteile an dem Unternehmen. Andere Börsianer bestätigten zwar, dass sich das MLP-Papier auf einem günstigen Kursniveau befinde. Sie blieben jedoch angesichts der laufenden staatsanwaltlichen Ermittlungen wegen der Bilanzierungspraxis des Finanzdienstleisters und einem möglichen Ausschluss aus dem Dax vorsichtig.

BASF nach Zahlen im Plus, BMW gerät ins Minus

Die Papiere von BASF stiegen um 7,2 Prozent auf 41,96 Euro. Der Chemiekonzern hatte einen Gewinnanstieg über den Analystenprognosen verzeichnet und die Vorhersagen für das Gesamtjahr bekräftigt.

Nach anfänglichen Gewinnen drehten die Titel von BMW ins Minus und schlossen 2,4 Prozent leichter bei 38,55 Euro. Händlern zufolge sind die vorgelegten Zahlen nicht so gut ausgefallen wie von einigen erhofft. Vor der Veröffentlichung ihrer Ergebnisse am kommenden Dienstag verloren die Papiere von Degussa 3,4 Prozent auf 31,60 Euro.

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