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Wall Street bekommt unerwartet Schützenhilfe von Cisco

Nachdem die US-Indizes drei Tage in Folge Verluste eingefahren haben, bekommt der Markt unerwartet Schützenhilfe von Cisco. Der Netzwerk-Gigant wird am Abend Quartalszahlen vorlegen, ein kleiner Vorgeschmack stimmt Anleger positiv. Die Futures legen leicht zu und könnten dem Markt einen Start im grünen Bereich ermöglichen.

Aufzuholen haben die US-Märkte einiges. Seit Jahresbeginn hat der Dow Jones mehr als fünf Prozent verloren, die Nasdaq notiert mit 10 Prozent im Minus. Den Optimisten um Alan Greenspan fällt es immer schwerer, eine Trendwende herbeizureden, zumal zahlreiche schwache Quartalsmeldungen den marktbreit gestreuten aber wenig fundierten Optimismus überschatten.

Cisco könnte für eine Umkehr sorgen. Das Unternehmen hat acht Stunden vor der eigentlichen Bilanzkonferenz vorausgeschickt, dass man die Analystenerwartungen von 5 Cent Gewinn pro Aktie übertreffen werde. Cisco hatte in den abgelaufenen drei Monaten Bestellungen im Wert von 3,9 Milliarden Dollar bearbeitet, mit einem Auftragsvolumen von 3,75 Milliarden Dollar hatte man ursprünglich gerechnet. Die Cisco-Aktie legt vorbörslich 3 Prozent zu.

Auch die Aktie von Tyco kann nach zwei Tagen im freien Fall wieder Luft holen. Die Aktie gewinnt vorbörslich 4,5 Prozent, was die jüngsten Verluste zwar nicht im geringsten wett macht, aber zumindest den totalen Verfall des Papiers stoppt. Das Wall Street Journal berichtet am Morgen, Tyco könne seinen Finanzsektor Tyco Capital früher verkaufen müssen als eigentlich geplant. Mögliche Käufer stehen bereit: Angeblich sind General Electric, Fleet Boston und UPS an einer Akquisition interessiert. Tyco war seit Wochenbeginn das am schwersten von der "Enron-itis" getroffene Unternehmen. Die Angst vor Bilanz-Unstimmigkeiten hatte Investoren vergrault.

Zu den Werten, die der "Enron-itis" unbeschadet entgingen gehören die Defensivwerte, und im besonderen die Konsumaktien. Deren nach wie vor stabile Ertragslage gefällt Investoren in einem ansonsten schwachen Umfeld. Am Morgen meldet Pepsi positive Zahlen: Der Getränkeriese, zu dessen Sortiment neben Soft Drinks auch Quaker Oatmeal und FritoLay Chips gehören, hat in den abgelaufenen drei Monaten 764 Millionen Dollar oder 42 Cent pro Aktie verdient, und den Gewinn damit um 16 Prozent gesteigert. Zu verdanken sei das vor allem einer sprunghaft gestiegenen Nachfrage nach dem Aquafina-Wasser.

Der Telekomsektor, einer der schwächsten der letzten Handelstage, könnte zur Wochenmitte Verluste zumindest begrenzen. Denn nach einigen Unternehmenspleiten und zahlreichen pessimistischen Ausblicken gibt es am Morgen wieder gute Nachrichten: Der drittgrößte US-Kabelnetzbetreiber, Comcast, hat im vierten Quartal zwar einen Verlust von 321 Millionen Dollar erwirtschaftet, diesen aber vor dem Hintergrund teurer Akquisitionen und Investitionen. Das Unternehmen kauft zum einen den Kabelbereich von AT&T, zum anderen werden die Kabelnetze mit hohem Aufwand modernisiert. Die Aktie gewinnt vor der Glocke leicht zu.

Ein Upgrade stützt unterdessen die Aktie von Motorola: Die Analysten von Morgan Stanley werten das Papier als "Market Outperformer" und setzen das Kursziel auf 17 Dollar herauf. Sie sehen Wachstum vor allem in der Markteinführung neuer Handys begründet. Motorola legt vorbörslich 3 Prozent zu.

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