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Wall Street bleibt nach Gewinnmitnahmen schwach

Die US-Börsen schlossen am Dienstag uneinheitlich. Während der Dow nach einer beeindruckenden 2-Tages-Rally eine Auszeit nahm, kletterte die Nasdaq weiter. Der Standardindex gab 153 Punkte oder 1,5 % ab und ging mit 10433 Punkten aus dem Handel, die Nasdaq verbesserte sich um 7 Zähler auf 1866 Punkte.

Die US-Börsen schlossen am Dienstag uneinheitlich. Während der Dow nach einer beeindruckenden 2-Tages-Rally eine Auszeit nahm, kletterte die Nasdaq weiter. Der Standardindex gab 153 Punkte oder 1,5 % ab und ging mit 10433 Punkten aus dem Handel, die Nasdaq verbesserte sich um 7 Zähler auf 1866 Punkte.

Die Wall Street hatte den März mit einer außergewöhnlichen Kletterpartie begonnen. An zwei Handelstagen war der Dow Jones Index um fast 500 Punkte auf ein 9-Monats-Hoch geschossen, und so waren Gewinnmitnahmen auf breiter Basis keine Überraschung.

Die Stimmung war dennoch auch am Dienstag optimistisch. Tobias Levkovich, Chefstratege bei Salomon Smith Barney, glaubt, dass die Märkte das Schlimmste hinter sich haben. Er setzt das Kursziel für den Dow Jones von 10800 Punkte auf 11400 Punkte herauf, das ist 8 % über dem aktuellen Stand. Für den marktbreiten S&P 500 sieht er ein Aufwärtspotential von 13 bis 17 %. Levkovich steht mit seinem Optimismus nicht alleine: Bereits am Montag hatten die Analysten bei Merrill Lynch ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum auf 4,3 % heraufgesetzt und Gewinnzuwächse der Unternehmen im S&P 500 um 15 % prognostiziert.

Die bullishe Einschätzung vieler Experten basiert auf fundamentalen Daten aus dem konjunkturellen Umfeld, die auch am Dienstag wieder positiv ausfielen: Der US-Dienstleistungsindex ist von unter 50 auf 58,7 Punkte gestiegen und damit deutlich stärker als erwartet. Erstmals seit eineinhalb Jahren signalisiert der Index Wachstum im Dienstleistungsbereich, der rund vier Fünftel der US-Wirtschaft ausmacht. Der Einkäuferindex für das produzierende Gewerbe hatte schon in der vergangenen Woche positiv überrascht.

Gute Nachrichten gab es auch vom Arbeitsmarkt: Im Februar wurden in den USA zwar erneut 128000 Stellen gestrichen. Das sind aber 40 % weniger als im Vormonat. Weitere Zahlen zum Arbeitsmarkt werden am Freitag erwartet, darunter die Arbeitslosenquote für Februar.

Die Dow-Verlierer kamen am Dienstag aus zwei Lagern. Gewinnmitnahmen drückten auf die Kurse der zyklischen Werte, die in den vergangenen Tagen stark zugelegt hatten. Andererseits wollten Anleger vor dem Hintergrund eines marktbreiten Optimismus noch mehr in defensive Werte investieren, sie zogen Geld aus Konsumsektor und Pharma.

Viel Spannung aber wenig Bewegung gab es beim Dow-Wert Hewlett-Packard . Die Aktie schloss gut behauptet wenige Minuten bevor das Anlageinstitut ISS eine Vorentscheidung über den geplanten Merger mit Compaq bekannt geben sollte. Von Compaq entfernten sich die Anleger: Die Aktie verlor fast 20 %.

Zu den wenigen Gewinnern im Dow gehörte die Aktie von Intel , die sich um 2,7 % verbesserte. Zwei Tage vor dem Quartalszwischenbericht des weltgrößten Chip-Herstellers stufte Morgan Stanley die Aktie auf "aggressiv kaufen" herauf. Analyst Mark Edelstone sagt, die Geschäfte bei Intel entwickelten sich kurzfristig besser als die Wall Street erwartet hatte. Die Kollegen der Credit Suisse First Boston erwarten vom Intel-Zwischenbericht keine fundamentalen Neuigkeiten.

Auch andere Chip-Werte standen im Mittelpunkt des Anlegerinteresses. Zum einen gaben die CEOs der wichtigsten Unternehmen der Branche auf der Chip-Konferenz von Morgan Stanley einen Ausblick für den wichtigsten Techsektor, zum anderen äußerte sich mit Texas Instruments einer der Branchenriesen am Morgen ganz konkret: Das Unternehmen bestätigt die Quartalserwartungen an das laufende Viertel und sagte, die eingegangenen Bestellungen lägen über den Erwartungen. Texas Instruments rechnet mit einem Break-Even für die laufenden drei Monate. Die Aktie schloss unverändert.

Auch die übrigen Big Caps schlossen mit Gewinnen. Der Software-Hersteller Oracle machte am Dienstag 2,3 Prozent gut, nachdem die Aktie am Montag dramatisch eingebrochen war. Die Credit Suisse First Boston hatte den angeschlagenen Titel am Morgen aufgestuft, nachdem der Kurs auf 14 Dollar eingebrochen war. Die Aktie sei damit unterbewertet, meinen die Experten und raten zum Einstieg.

Mit einem Plus von 2,3 % gehörte die Modekette The Gap zu den Gewinnern im sonst schwachen Einzelhandel. Merrill Lynch stuft den einst größten US-Fashion-Händler auf, nachdem dieser seit Monaten Umsatz- und Gewinneinbrüche aufweist und sich die Aktie dramatisch verbilligt hatte. Die Experten glauben, dass die Umsätze einen Boden erreicht hätten und die Trendwende im Herbst kommen könnte. Sie setzen die Aktie auf "aggressiv kaufen".

Andere Einzelhandelswerte rutschten am Dienstag ins Minus. Die Analysten der Credit Suisse hatten den Sektor auf "untergewichten" abgestuft und unter anderem die Aktien der Kaufhauskette JC Penney und der Supermarktbetreiber Kroger genannt.

Zu den größten Verlierern gehörten die Fluggesellschaften. Nachdem deren Aktien die vergangenen Wochen im Steigflug waren, wurden sie nun bei der UBS Warburg abgestuft. Das fundamentale Umfeld habe sich zwar verbessert, sei aber noch lange nicht perfekt, sagen die Experten. Außerdem sei es Zeit Kasse zu machen, nachdem einige Carrier seit ihren September-Tiefstständen zwischen 60 und 90 % zugelegt haben. American Airlines steht nun nur noch auf "kaufen", die Aktien von Delta Airlines und Southwest Airlines seien nur zu "halten". Die Airline-Papiere schlossen im roten Bereich. Eine Ausnahme war US Airways : Die Aktie legte 7,5 % zu, nachdem Lehman Brothers den Wert auf "aggressiv kaufen" gesetzt hatte.

Den stärksten Sektor bildeten die Medien- und Entertainmentaktien. Bei einer Branchenkonferenz in Florida hatten sich mehrere Unternehmen zu ihren Aussichten geäußert: Sie erwarten eine leichte Verbesserung des Werbeumfelds, über das zuletzt viel spekuliert worden war. Morgan Stanley stufte die Aktie von News Corp. auf "aggressiv kaufen" auf und legte 3 % zu, die Tochter Fox wurde auf "market outperformer" gesetzt und verbesserte sich um 7 %.

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