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Wall Street: Der Verbraucher stützt den Markt

Starke Konjunkturdaten während der ganzen Woche, erneut moderater Optimismus von Notenbankchef Alan Greenspan, - die US-Märkte können den März zufrieden beginnen. Am Freitag notieren die Futures erneut im Plus und lassen auf Gewinne zum Monatsanfang hoffen. Die Futures auf den marktbreiten S&P 500 verbessern sich um 5 Punkte.

Marktstützend wirken sich auch am letzten Handelstag der Woche Zahlen aus dem konjunkturellen Umfeld aus: Das Durchschnittseinkommen der Amerikaner ist um 0,4 Prozent gestiegen, deutlich stärker als der Markt erwartet hatte. Um den gleichen Satz sind auch die Ausgaben der Konsumenten gestiegen. Eben diese Konsumentenausgaben sorgen für zwei Drittel der US-Wirtschaft. Dass sie gestiegen sind ist vor allem beachtlich, nachdem die Konsumenten bereits zur Wochenmitte ihr schwächeres Vertrauen in die Stärke der Märkte bekundet hatten.

Alles andere als zufrieden ist der Club der Milliardäre: Die (nach wie vor umstrittene) Rezession geht auch an den Reichen nicht spurlos vorüber. In den letzten 12 Monaten haben 83 Milliardäre ihren Status verloren, es gibt nur noch 497 Personen, auf deren Kontoauszug ein zehnstelliger Saldo steht. "Das zweite Jahr in Folge sind die Vermögensstände zurückgegangen", sagt Louisa Kroll, die für das US-Wirtschaftsmagazin Forbes die Liste der Superreichen recherchiert hat. Sie beziffert das Gesamtvermögen aller 497 Milliardäre auf "nur" noch 1,54 Billionen, 11 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die größten Posten weisen nach wie vor Bill Gates (52,8 Mrd.$) und Warren Buffett (35 Mrd.$) aus, ihnen folgen neu die Aldi Brüder Theo and Karl Albrecht (26,8 Mrd.$).

Bill Gates? Kontostand dürfte am letzten Handelstag der Woche noch einmal abnehmen. Microsoft macht erneut Schlagzeilen im Zusammenhang mit dem ewigen Kartellrechtsstreit. Diesmal ist es der Staatsanwalt von Iowa, Tom Miller, dem die zuletzt wieder diskutierte außergerichtliche Einigung des Software-Riesen mit den Bundesstaaten nicht weit genug geht. Microsoft. Der Streit um die angeblich wettbewerbswidrige Koppelung des Internet-Explorers an das Betriebssystem Windows belastet den Konzern seit einem Jahr, am Morgen handelt Microsoft erneut schwach.

Die übrigen Tech-Giganten werden den Handelstag wohl freundlich beginnen. Microsoft-Konkurrent Oracle , der Hardwarehersteller Sun Microsystems und Chip-Gigant Intel handeln mit rund 1,5 Prozent im grünen Terrain. Auch Cisco gewinnt vor der Glocke, allein, die Aktie könnte im Laufe des Tages erneut unter Druck geraten: Die Analysten von JP Morgan haben ihre Umsatz- und Gewinnerwartungen an den Netzwerkriesen heruntergesetzt. "Wir glauben, dass eine Erholung des Netzwerk-Umfelds und ein Anstieg der Bestellungen bei Großkunden langsamer einsetzt als wir bislang erwartet hatten", sagen die Experten.

Mit Novell dürfte ein anderer Netzwerker auf der Gewinnerseite stehen. Nach Marktschluss am Donnerstag hatte das Unternehmen eine Gewinn von 3,3 Millionen Dollar oder 2 Cent pro Aktie für das abgelaufene Quartal bekannt gegeben. Damit hatte man die Erwartungen der Analysten deutlich geschlagen: die Wall Street war von einem Verlust von 1 Penny pro Anteil ausgegangen.

Deutlich nach oben geht es vor der Glocke für die Aktie von Novellus. Der Chip-Ausrüster hat seine Erwartungen für das laufende Quartal nach oben gesetzt. Man sieht weiter Zeichen einer Erholung im Chip-Umfeld. Bei einem erwarteten Absatz von 134 Millionen Dollar, gegenüber vorher prognostizierten 130 Millionen Dollar, will Novellus den Anteilsverlust auf 9 Cent begrenzen. Die Analysten von Robertson Stephens stufen die Aktie auf "kaufen" auf.

Während die zuletzt gebeutelten Tech-Aktien zum Wochenschluss mit Gewinnen rechnen können, notieren die übrigen Werte durchwachsen. Continental Airlines könnte unter Druck geraten, nachdem das Unternehmen angekündigt hat, Kosten von 52 Millionen Dollar in Kauf zu nehmen, um die seit Monaten parkierte DC10-30 Flotte endgültig stillzulegen. Seit dem 11. September sind die Flugzeuge am Boden geblieben, weitere Bestellungen bei Boeing sind vorerst auf Eis gelegt.

Leicht im grünen Bereich handeln die Papiere der Mandalay Bay Casino und Ressort Gruppe. Das Unternehmen, das unter anderem das "Luxor" und das "Circus, Circus" in Las Vegas betreibt, hat für das abgelaufene vierte Quartal einen Verlust von 10 Cent pro Aktie gemeldet, mehr als Analysten erwartet hatten. Dennoch sind einige Experten optimistisch, was die Zukunft des Entertainment-Konzerns betrifft. Bei Robertson Stephens setzt man die Erwartungen hoch und stuft Mandalay Bay auf "kaufen" auf.

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