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Wall Street: Dow gewinnt, Nasdaq verliert zum Wochenende

Die US-Märkte schlossen zum Wochenende uneinheitlich. Der Dow Jones handelte den ganzen Tag im grünen Bereich und schloss mit einem Plus von 21 Punkten oder 0,2 Prozent auf 9851 Punkten. Die Nasdaq gab leichte Gewinne vom Mittag ab und ging nahezu unverändert mit einem Minus von 2,6 Punkten bei 1930 Zähern aus dem Handel.

Wenn auch die Woche dem Standardbarometer Verluste und der Technologie-Index nur einen bescheidenen Punktgewinn gebracht hat, beenden die US-Märkte doch einen Rekordmonat. Mit einem Plus von jeweils 14 Prozent ist der November der beste seit 1962 für den Dow Jones, der beste überhaupt für die Nasdaq. Mit einem Wochenplus von 29 Prozent stützten die Chip-Hersteller die Börse, die Einzelhändler legten im Mittel 25 Prozent zu, die Airlines 23 Prozent.

Vor dem Wochenende war das Handelsvolumen in New York bescheiden, obwohl Morgan Stanley am Nachmittag Geld in den Markt pumpte. Die Broker bestückten einige globale Fonds neu und investierten in US-Aktien. Anderen Händlern trübte eine Nachricht die Kauflaune: Das Bruttoinlandsprodukt ist im dritten Quartal um 1,1 Prozent gesunken. Das ist das größte Quartalsminus seit 1991. Analysten hatten mit einem Rückgang um nur 0,9 Prozent gerechnet. Die US-Wirtschaft steht offensichtlich noch schlechter da als bisher vermutet worden war.

Einige gute Nachrichten stützen jedoch den Dow Jones. Größter Gewinner im Standardindex war am Freitag Home Depot . Die größte US-Baumarktkette hat die Prognosen für das vierte Quartal bestätigt und rechnet für die Jahre 2002 bis 2004 mit einem Gewinnwachstum zwischen 18 und 20 Prozent. Die Aktie kletterte um sechs Prozent.

Mit einem Plus von 2,3 Prozent gehört auch General Motors zu den großen Gewinnern im Dow Jones. Der weltweit größte Automobilkonzern werde seine Marktanteile in den Bereichen Kleinlaster und Vans sowie Neuwagen ausbauen, sagt Chefökonom Paul Ballew. Die Analysten von Salomon Smith Barney heben das Kursziel für General Motors von 35 auf 40 Dollar. Abwärts geht es hingegen für United Technologies und General Electric . Die Industrie-Multis verlieren zwei beziehungsweise drei Prozent.

Chipgigant Intel legte nach anfänglichen Schwierigkeiten fast ein Prozent zu. Dan Niles von Lehman Brothers hat seine Gewinnerwartungen für das Unternehmen nach oben gesetzt. Größere Gewinne waren indes nicht drin, da auf die ganze Branche schlechte News drücken. Die Chip-Bestellungen sind um 17 Prozent eingebrochen. Chip-Zulieferer Novellus hat für das erste Quartal 2002 einen Verlust angekündigt. Die Aktie verliert 8,5 Prozent. Andere Chip-Zulieferer wie KLA-Tencor, Applied Materials und Credence verlieren über vier Prozent. Der Sektor ist mit minus 2,5 Prozent schwächster Performer an der Nasdaq.

Die Aktie von Cisco legte fast drei Prozent zu und drückte im Alleingang den Netzwerksektor in die Gewinnzone. Das Unternehmen hat sich auf der Technologiekonferenz der Credit Suisse First Boston zu Wort gemeldet. Finanzchef Larry Carter gab sich "langfristig bullish". Als Ziel gab er aus, den Umsatz pro Angestelltem auf 700.000 Dollar zu steigern. Im letzten Quartal haben Cisco Beschäftigte im Schnitt 470.000 Dollar eingebracht.

Nur noch eine Fußnote war das Schicksal von Enron . Auf dem Parkett wartete man vergeblich darauf, dass der Energiekonzern offiziell Bankrott erklären würde. Aus Houston kamen indes nicht einmal klare Hinweise auf die Zukunft des Unternehmens. Zwar räumten Mitarbeiter ihre Schreibtische. Doch die Bauarbeiten am neuen repräsentativen Enron-Center am Firmensitz (US-Bundesstaat Texas) gingen weiter. Aktien von Enron gaben noch zum Wochenschluss noch einmal 28 Prozent ab. Dynegy verlor zehn Prozent. JP Morgan und Citigroup , die Gläubigerbanken von Enron gaben erneut ein Prozent ab. Auch Anheuser-Busch , Nachrücker für Enron im S&P 100 Index, gab leicht ab. Auftrieb von dem Enron-Strudel bekam allein Chiphersteller Nvidia . Das Unternehmen, das für Enron in den S&P 500 Index nachrückt, gewann fast zwei Prozent.

In den letzten Monat des Jahres startet der Dow Jones mit einem Verlust von 900 Punkten seit Jahresbeginn, der Nasdaq fehlen 500 Zähler zum Niveau vom letzten Jahreswechsel.

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