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Wall Street dürfte schwächer eröffnen

Die US-Aktienmärkte dürften am Donnerstag schwächer eröffnen. Der S&P 500 Future notiert mit fünf Punkten im Minus.

NEW YORK. Der Eröffnungsindikator der Nasdaq rutscht sogar 28 Zähler in negatives Terrain. So kurz vor dem verlängerten Labor-Day-Wochenende ist auch heute mit geringem Handelsvolumen zu rechnen.

Vor allem belasten schlechte Unternehmensnachrichten von Sun Microsystems, Corning und Dell die Marktstimmung. Die Angst vor schlechten Geschäftszahlen im dritten Quartal nimmt zu. Kurz vor der bevorstehenden Ertragswarnungssaison für das dritte Quartal reagieren Analysten und Marktteilnehmer besonders sensibel auf schlechte Meldungen. Die positiven Impulse fehlen gänzlich. Nachdem die schwachen Wirtschaftsdaten der vergangenen Tage bereits für Kursverluste sorgten, stehen die Börsenfahnen auch heute nicht auf Kursgewinn.

Die schlechte Nachricht lautet: Sun Microsystems wird die Gewinnerwartungen für das laufende Quartal voraussichtlich nicht erfüllen können. Bei Sun Microsystems wird es sich vermutlich um keinen Einzelfall handeln. Der Serverhersteller klagt über ein geringeres Auftragsvolumen als erwartet. Die Einnahmen in Europa und Japan laufen nicht nach Plan. "Es dürfte für uns eine Herauforderung werden, im ersten Quartal die Gewinnschwelle zu erreichen", sagte Suns Finanzvorstand Mike Lehman auf der Analystenkonferenz des Serverherstellers am Mittwoch. Das sind schlechte Aussichten. Die Gewinnprognosen für das laufende Quartal betrugen ursprünglich zwei Cents pro Aktie. Dan Niles, Analyst des Brokerhauses Lehman Brothers, senkt die Gewinnerwartungen für das Fiskaljahr 2001 drastisch von 32 auf 17 Cents und für 2002 von 55 auf 34 Cents pro Aktie. Die Einstufung von Sun Micro bleibt bei "halten". Das Papier gehört vorbörslich zu den am meisten gehandelten Aktien und verliert bis zu acht Prozent.



Dell liefert ebenfalls schlechte Nachrichten. Auf einer Konferenz sagte das Management, die Nachfrage in Asien lasse nach. Die Aktie gehört neben Sun Microsystems im außerbörslichen Handel zu den größten Verlierern und büßt 3,7 Prozent ein.

Ebenfalls unter Druck gerät am Donnerstagmorgen das Papier von Microsoft. Dem Softwaregigant bläst ein rauer Wind aus Europa ins Gesicht. Nun nimmt die Europäische Wettbewerbskommission den Softwarekonzern unter die Lupe. Versucht Microsoft mit illegalen Methoden einen Teil des Servermarktes zu dominieren? Laut der Kommission habe das US-Unternehmen zudem die Media Player Software illegal mit dem Windows Betriebssystem verknüpf. Sollten sich die Vorwürfe gegen Microsoft erhärten, könnte auf den Konzern eine Geldstrafe von bis zu 2,5 Milliarden Dollar zukommen.

Corning kündigte am Mittwoch nach Handelsschluss an, weitere 1000 Mitarbeiter zu entlassen. Damit wird der Telekommunikationskonzern in diesem Jahr insgesamt 8000 Angestellte auf die Straße setzen. Das entspricht 20 Prozent der Belegschaft. Corning reagiert mit dieser Maßnahme auf die schwache Nachfrage im Glasfasergeschäft. Nachdem die Aktie im Handel bereits 4,4 Prozent verlor, büßt sie auch vorbörslich weiter an Wert ein.

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