Wall Street dürfte von gemischter Nachrichtenlage bewegt werden
Wall Street startet gut erholt

Das Brokerhaus Lehman Brothers stockt den Anteil an Aktien auf. Der Chiphersteller PMC-Sierra warnt vor enttäuschenden Quartalszahlen. Der Cisco-Vorstand John Chambers äußert sich pessimistisch für das laufende Jahr. Der Pharmakonzern Johnson & Johnson will Alza, den Hersteller von Spezial- Pharmazeutika, übernehmen.

wsc NEW YORK. Gut erholt präsentiert sich die Wall Street nach dem Wochenende. Der S&P 500 Future notiert mit rund zehn Punkten im Plus. Der Eröffnungsindikator der Nasdaq klettert vor Handelsstart 38 Punkte in die Gewinnzone. Eine gemischte Nachrichtenlage dürfte die Wall Street heute bewegen. Für Zuversicht sorgt am Morgen Brokerhaus Lehman Brothers.

Das Brokerhaus stockt den Anteil an Aktien in seinem Portfolio auf. Der Anteil wurde dabei von 60 auf 70 Prozent erhöht. Im Gegenzug wurde der Anteil der Rentenpapiere von 35 auf 30 Prozent reduziert. Bargeldbestände sind nun nicht mehr vorhanden. Zuvor lagen sie bei 5 Prozent. Die Aktien seien mittlerweile stark genug gefallen, um die schwachen Gewinnaussichten der Unternehmen zu reflektieren, so Lehman Brothers. "Aktien sind jetzt billig", sagte der Chefstratege Joseph Rooney. Nun werden insbesondere Computerpapiere zum "Übergewichten" empfohlen, nachdem sie vorher nur als "neutral" eingestuft wurden. Bereits Anfang des Monats hat Goldman Sachs seinen Kunden ein verstärktes Aktienengagement empfohlen.

Während es ein weiterer, erfolgreicher Tag für die Finanzwerte werden könnte, dürften die Aktien von Chipherstellern unter Druck geraten. PMC-Sierra warnt die Anleger vor Handelsbeginn vor enttäuschenden Quartalszahlen und kündigt Entlassungen an. Die wirtschaftliche Entwicklung hat nun auch den letzten großen Chiphersteller in die Knie gezwungen. Stornierte Aufträge und ausbleibende Order belasten die Umsatz- und Gewinnentwicklung. Um Kosten zu sparen, will PMC-Sierra nun 230 und damit 13 Prozent seiner Mitarbeiter entlassen. Die Aktie verliert vorbörslich fast 13 Prozent an Wert.

Die Fluggesellschaft Delta Airlines dürfte wegen der bevorstehenden Streikwelle der Piloten heute unter Druck geraten. Der Autohersteller Ford versucht dagegen Gutwetter zu machen und bestätigt die Absatzprognosen für das laufende Jahr. Trotz der abkühlenden US-Konjunktur stehe dem Autokonzern ein gutes Jahr bevor. Die Unternehmensleitung rechnet mit einem Absatz von 16,5 Millionen Fahrzeugen und damit dem drittbesten Ergebnis der Geschichte des US-Automarktes. Die Aktie verliert zu Handelsbeginn.

PMC-Sierra und Cisco Systems gehören zu den meist gehandelten Aktien

Zu den vorbörslich meist gehandelten Aktien gehört neben PMC-Sierra auch Cisco Systems. Cisco verliert, nachdem sich Cisco-Vorstand John Chambers pessimistisch für das laufende Jahr äußerte. Die Wirtschaft werde auch in den nächsten drei Quartalen mit einer Abkühlung zu kämpfen haben. Im Januar hatte Chambers lediglich von zwei Monate andauernden Konjunkturschwäche gesprochen. Im vergangenen Quartal hatte der Komponenten-Hersteller die Analystenprognosen erstmals in sieben Jahren verfehlt. UBS Warburg stuft das Kursziel der Aktie ab und reduziert die Gewinnerwartungen.

Frischer Wind weht dagegen auf dem Pharmasektor. Johnson & Johnson will Alza, den Hersteller von Spezial- Pharmazeutika, übernehmen. Das melden zumindest das Wall Street Journal und die Financial Times. Während die Aktie von Alza vorbörslich fast 23 Prozent an Wert zulegt, gehört Johnson & Johnson vor der Eröffnungsglocke zu den größten Verlierern. Der Kaufpreis soll sich auf zwölf Milliarden Dollar belaufen. Dennoch, die Verhandlungen befänden sich noch am Anfang, so die Gazetten.

Spannend bleibt es heute auch bei Micron . Der Hersteller von programmierbaren Chips und Computersystemen wird heuten nach Handelsschluss die Geschäftszahlen für das zweite Quartal veröffentlichen. Während Micron vor einem Jahr noch einen Gewinn von 29 Cents pro Aktie erwirtschaften konnte, erwarten die Experten nun einen Verlust von drei Cents pro Aktie.

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