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Wall Street: Ein Hoch auf die Tech-Werte

Die Ertragssaison verläuft für die Wachstumswerte positiv. Kaum eines der großen Tech-Unternehmen enttäuscht oder gar erschrickt die Wall Street mit miesen Ergebnissen. Im Gegenteil: Die Zahlen sind gut, die Aussichten solide. Die Nasdaq eröffnet im Plus. Die Anleger können sich auf eine Wochenendrally freuen. Der Dow Jones Index beginnt in der Gewinnzone, doch dreht kurze Zeit später ins Minus.

NEW YORK. Ebay und Commerce One können die Prognosen der Wall Street übertreffen. Die Ergebnisse von Nortel Networks, Microsoft und Sun Mircrosystems liegen genau im Rahmen der Erwartungen. Lediglich Sun Microsystems Zukunftsprognosen enttäuschen etwas. Die Bereiche Computer, Internet und der Glaserfaser starten stark. Nur beim Chipsektor hapert es etwas. Hier sind die Quartalsergebnisse nicht so positiv ausgefallen. So hat Altera die Konsensschätzungen verfehlt. Der Hersteller von Kommunikationschips weist einen Gewinn pro Aktie von 25 Cents oder 103 Millionen Dollar aus. Der Ertrag stieg um 46 Prozent.



Als großer Gewinner eröffnet Microsoft. Der Softwaregigant konnte die Konsensschätzungen von 47 Cents Gewinn pro Aktie treffen. Den Umsatz steigerte das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahresquartal um acht Prozent. Besorgt zeigt sich Microsoft jedoch über die angespannte Wirtschaftslage und die schleppende PC-Nachfrage. Microsoft befürchtet, dass der Gewinn im laufenden Quartal die Prognosen von 44 Cents Gewinn pro Aktie nicht erfüllen wird. Die Anleger stören die Aussichten nicht. Die Analysten von Deutsche Bank Alex Brown bestätigen ihre Kaufempfehlung.



Beliebt ist auch Nortel Networks. Mit einem Gewinn von 26 Cents pro Aktie erfüllte der kanadische Netzwerk- und Telefonhersteller die Prognosen der Analysten. Auch Nortels Aussichten für das laufende Jahr stimmen Anleger positiv. Trotz des schlechten Marktumfelds bestätigt Nortel Vorstand John Roth nochmals ein Umsatzwachstum von 30 Prozent.



Kritischer sind Investoren bei Sun Microsystems. Zwar konnte der Serverriese den Gewinn im zweiten Quartal um 19 Prozent auf 16 Cents pro Aktie steigern und erfüllte damit ebenfalls die Prognosen der Analysten. Doch sind die Aussichten für das laufende Quartal trüb. Der Umsatz werde den des Vorjahresquartals nicht übersteigen. Der Gewinn könnte im laufenden und kommenden Quartal sogar geringer ausfallen als im Vorjahreszeitraum. Die Analysten von SC Cowen reduzieren die Einstufung auf "neutral". Die Aktie verliert vor Handelsstart an Wert.



Zu den ungeliebten Kindern gehört zum Wochenschluss Home Depot. Amerikas größte Baumarktkette warnte am Morgen vor schlechten Quartalszahlen. Hohe Energiepreise, die abkühlende US-Wirtschaft, schlechtes Wetter und die Investitionsverluste der Anleger sorgten in ihren Filialen für geringere Einnahmen. Statt des von Analysten prognostizierten Gewinns von 24 Cents pro Aktie erwartet Home Depot nur noch 20 Cents Gewinn pro Papier. Im Vorjahresquartal hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 25 Cents pro Aktie erwirtschaftet.



Der Markt könnte von einer Veröffentlichung von Goldman Sachs einen kräftigen Schub bekommen. Die Investmentbank verändert seinen globalen Aktienanteil von "neutral" auf "übergewichten". Aktienstrategen aus dem Haus gehen davon aus, dass die Aktienkurse in den nächsten zwölf Monaten 23 Prozent zulegen werden. Als Begründung wird unter anderem die nächste Notenbanksitzung am 31. Januar angeführt. Goldman Sachs geht davon aus, dass Alan Greenspan die Zinsen in naher Zukunft zum zweiten Mal senken wird. Die Strategen rechnen damit, dass die Gewinne der globalen Unternehmen im laufenden Jahr durchschnittlich sieben Prozent wachsen werden.

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