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Wall Street erholt sich und startet mit Gewinnen

Nach einem langen Wochenende haben sich die US-Märkte wieder aufgerappelt und starten mit morgendlichen Gewinnen in die kurze Handelswoche. Eine halbe Stunde nach Börsenstart steht der Dow Jones Index mit 70 Punkten im Plus. Die technologie-orientiert Nasdaq klettert um 15 Punkte.

Bis Freitag hatten Dow Jones und Nasdaq mit der ersten heißen Woche der Ertragssaison eine ihrer schwächsten Wochen seit September erlebt: Die Tech-Börse hatte an fünf Handelstagen 4,5 Prozent abgegeben, der Dow Jones hatte mit einem Minus von 2,2 Prozent geschlossen.

Am Dienstagmorgen geht es in die zweite Runde: Mit Siebel Systems (Mittwoch) und PeopleSoft (Donnerstag) melden in dieser Woche zwei Unternehmen, denen Marktbeobachter Indikator-Wirkung bescheinigen. Dabei stehen die Erwartungen der beiden größten Unternehmen für Business-Software für das nächste Quartal im Mittelpunkt, da sie über die anstehenden Kapitalinvestments der Großkunden Auskunft geben. "Siebel und PeopleSoft sind die beiden wichtigsten Barometer", sagt Bob Austrian, Analyst der Bank of America Securities. Am Morgen verbessern sich Siebel und Peoplesoft um jeweils 1,8 Prozent.

Am Morgen dreht sich zunächst aber alles um Amazon . Der Online-Buchhändler hat in den letzten drei Monaten den ersten Quartalsgewinn seiner Geschichte eingefahren. Nach einem starken Weihnachtsgeschäft verzeichnet man einen Anstieg von 15 % bei den Verkäufen. Amazon weist ein Plus von 35 Millionen Dollar oder 9 Cent pro Aktie aus, selbst nach Abzug außerordentlicher Aufwendungen steht ein Gewinn von 5 Millionen Dollar oder 1 Cent pro Aktie zu Buche. Amazon hat seit seinem Börsengang 1997 mehr als drei Milliarden Dollar verloren. Der lange erwartete Turnaround sorgt für Kaufstimmung, Amazon legt 21 Prozent zu.

Auch werten Anleger am Morgen die Zahlen von Lucent aus: Das Unternehmen aus der Kommunikationsbranche hat für das erste Quartal einen Verlust von 23 Cent pro Aktie bekannt gegeben, womit man die Analystenerwartungen noch um einen Penny geschlagen hat. Für die nächsten drei Monate erwartet das Management ein Umsatzwachstum zwischen 10 und 15 Prozent, "und ein noch stärkeres Wachstum auf den Aktiengewinn bezogen." Papiere von Lucent klettern um 5,4 Prozent.

Mit einem Plus von fast 4 Prozent gehört die Aktie von VeriSign zu den Favoriten im Dienstagshandel. Das Softwareunternehmen hat ein Joint Venture mit dem Hardwareriesen IBM bekannt geben. Die beiden Unternehmen werden in Sachen Sicherheitstechnologie zusammenarbeiten. Vor allem Programme im Bereich der so genannten "Public Key Infrastructure" (PKI) sollen künftig gemeinsam erarbeitet werden, um Abnehmern einen besseren Datenaustausch mit ihren Kunden zu ermöglichen. VeriSign hat in IBM einen wichtigen Multiplikator, IBM ist mit mehr als 20.000 Geschäftskunden der weltgrößte Computerhersteller.

Die Aktie des Papierherstellers Willamette verbessert sich um 17 Prozent. Das Unternehmen hat ein Übernahmeangebot des Branchenriesen Weyerhaeuser angenommen, nachdem dieses auf 6,1 Mrd. $ heraufgesetzt worden war. Der Aufsichtsrat soll der Übernahme Ende der Woche zustimmen. Gemeinsam kontrollieren Willamette und Weyerhaeuser mehr als 7,5 Mrd. Hektar Wald und könnten einen gemeinsamen Umsatz von 20 Milliarden Dollar erreichen. Damit läge man nur knapp hinter dem Branchenführer und Dow-Wert International Paper , der am Dienstagmorgen ebenfalls für Schlagzeilen sorgt: Das Unternehmen meldet für das abgelaufene Quartal einen Anteilsgewinn von 12 Cent, die Analysten hatten mit einem Plus von 3 Cent gerechnet. Die Aktie von International Paper legt leicht zu.

Der Mischkonzern Tyco gibt am Morgen bekannt, seine vier Unternehmensbereiche gesondert an die Börse zu bringen. Künftig können Anleger in Tyco Healthcare, in Finanzdienstleistungen, in die Abteilung Feuerschutz und Durchlaufregler sowie den Bereich Sicherheit und Elektronik gesondert investieren. Der Folien-Sektor Tyco Plastic soll verkauft werden. Mit den Gewinnen aus den vier Börsengängen will Tyco mindestens 11 Milliarden Dollar Schulden tilgen. Die vier Börsengänge werden von Goldman Sachs betreut. Die Analysten von JP Morgan geben der Aktie von Tyco am Morgen ein Upgrade und setzen sie auf "aggressiv kaufen". Das Papier hat seit Jahresbeginn ein Viertel seines Wertes verloren. Am Morgen gewinnt Tyco 10 Prozent und notiert bei 51 Dollar.

Bewegung ist am Dienstagmorgen im Pharmasektor. Branchenriese Merck hat die Gewinne im abgelaufenen Quartal um 5 Prozent gesteigert und schließt mit einem Gewinn von 1,86 Milliarden Dollar oder 81 Cent pro Aktie in Höhe der Analystenerwartungen ab. Für das laufende Quartal und das Jahr 2002 erwartet Merck allerdings kein Gewinnwachstum, weshalb die Aktie nicht richtig in Schwung kommt. Das Papier legt 0,8 Prozent zu. Die Analysten der Credit Suisse First Boston sehen ähnliche Schwäche auch beim Konkurrenten Bristol-Myers Squibb. Sie setzen die Gewinnerwartungen für 2003-2004 herab, unter anderem da sich die Markteinführung des Präparates Erbitux verzögern dürfte. Die Aktie handelt am Morgen nahe der Null-Linie.

Erneut abwärts geht es am Morgen für Kmart . Die zweitgrößte Einzelhandelskette der USA hat am Morgen Gläubigerschutz nach "Chapter 11" angemeldet. Damit bestätigten sich die zuletzt wachsenden Spekulationen um einen Konkurs der Unternehmens. Die Aktie von Kmart verliert 65 Prozent. Mit zwei Prozent im Plus notiert hingegen Konkurrent und Branchenführer Wal-Mart. Die Analysten von Sanford Bernstein werten das Papier angesichts der jüngsten Entwicklung auf "Market Outperform" auf.

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