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Wall Street erholt sich

Nach einem schwachen Handelsauftakt drehten New Yorks Aktienmärkte am späten Vormittag ins Plus. Der Dow Jones Index klettert 0,34 Prozent in die Gewinnzone. Der Nasdaq Index gewinnt 0,22 Prozent. Nach den Kursverlusten der vergangenen Handelstage führen gute Nachrichten zu Eindeckungskäufen.

Händler stellen defensiven Aktien wie Pharmawerten zufriedenstellende Quartalszahlen in Aussicht. Selbst bei einer weiterhin ankühlenden US-Wirtschaft werde der Pharmasektor die Quartalsprognosen voraussichtlich einhalten können. Die Aktien von Pfizer und Bristol-Myers legen an Wert zu. Auf Seiten des Dow Jones Index steht Pharmaaktie Merck ganz oben auf dem Siegertreppchen. Der Titel legt bis zur Mittagsstunde 3,23 Prozent an Wert zu.

Kursgewinne bei SBC Communications und anderen Telekommunikationswerten treiben die Indizes zusätzlich ins Plus. Qwest Communications gewinnt trotz schlechter Nachrichten über sieben Prozent an Wert. Das wirtschaftliche Umfeld verschlechtere sich, warnt das Management und senkt die Prognose für den Geschäftsverlauf in 2002. Das Umsatzwachstum werde nur im "hohen einstelligen Bereich" liegen. Zum Ende des ersten Quartals 2002 wird der Anbieter von Hochgeschwindigkeits-Internetzugängen 4000 Jobs streichen.

Ebenfalls freundlich notiert die Aktie von Qualcomm. Qualcomms CDMA-Technologie werde sich im Mobiltelefonsektor weiter verbreiten, so die beflügelnden Worte von Brokerhaus Credit Suisse First Boston. Allein im Juli habe sich die Zahl der mit CDMA ausgestatteten Mobiltelefone auf dem koreanischen Markt im Vergleich zum Vormonat verdoppelt. Das zeigte ein Treffen mit koreanischen Service-Providern. Im Juli verfügten alleine 50 Prozent der verkaufen Handys über diesen Technologiestandard. Weiter rechnen die Experten damit, dass es Qualcomm gelingen wird, Motorola Marktanteile abzunehmen. Die Analysten stufen die Aktie des Unternehmens von "halten" auf "kaufen" herauf. Das Papier gewinnt 3,8 Prozent. Konkurrent Motorola legt 4,4 Prozent zu.

Höher im Kurs steht heute auch das Papier von AOL Time Warner. Der Wert profitiert von Fusionsphantasien mit AT&Ts Kabelfernsehsparte und gewinnt drei Prozent an Wert. Gemeinsam könnten beide Unternehmen über einen Kundenstamm von insgesamt rund 26 Millionen Kunden verfügen. Im Juli lehnte AT&T ein Kaufangebot von Comcast über 40 Milliarden Dollar für die Sparte Kabelfernsehen ab. Die Aktie von AT&T tendiert um den Schlussstand von Freitag.

Die Papiere des Softwaresektors können am Vormittag in die Gewinnzone drehen. Microsoft erholt sich von den morgendlichen Kursverlusten und notiert 2,5 Prozent im Plus.

Auch im Luftfahrtseltor herrscht Bewegung. Der Experten von Goldman Sachs empfehlen die Aktie des Luftfahrtkonzerns Boeing zum Kauf. Zwar sei die Geschäftsentwicklung des Unternehmen sehr stark von der Entwicklung der US-Wirtschaft abhängig und die Experten teilen die Bedenken des Marktes, was mögliche Auftragsstornierungen in diesem und im nächsten Jahr betrifft. Allerdings sei der drohende Ertragseinbruch für 2003 und 2004 in den aktuellen Aktienkursen bereits ausreichend reflektiert, so die Experten. Nachdem das Unternehmen erst kürzlich auf einem 52-Wochentief notierte, notiert das Papier 0,3 Prozent im Plus.

Schlechter ergeht es zum Wochenauftakt dagegen den Aktien der Aluminium- und Papierindustrie. Alcoa und International Paper gehören zu den größten Verlierern unter den Dow-Werten.

Verhalte Stimmung herrscht bei Nortel. Der nordamerikanische Hersteller von Telekom-Komponenten blickt einer ungewissen Zukunft entgegen. Vorstand John Roth befürchtet, dass die Nachfrage nach Nortels Computerprodukten weiter nachlassen könnte. Wann die Investitionen in Technologie in den USA wieder ansteigen, sei laut Roth derzeit nicht absehbar. Das Management lehnte es ab, Umsatzprognosen für das dritte und das laufende Halbjahr zu veröffentlichen. Das Papier verbilligt sich um 3,1 Prozent.

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