Archiv
Wall Street erwartet einen schwachen Einstieg

Es scheint, die Wall Street würde die erste "heiße Woche" der Ertragssaison mit Verlusten beginnen. Eine halbe Stunde vor Handelsstart in New York deuten die Futures ins Minus - der marktbreite und sonst wenig volatile S&P 500 gibt zeitweise vier Punkte ab.

wsc NEW YORK. Von Unternehmensseite gab es in der vergangenen Woche zu wenig Nachrichten, um Kauflaune anzuregen, und auch eine lang erwartete Rede von Fed-Chairman Alan Greenspan gab den Märkten keine Kraft. Greenspans hatte dem Markt "erste Anzeichen einer Erholung und Stabilisierung" attestiert, sah aber "noch weitere Risiken". Über eine eventuelle weitere Zinssenkung in der Notenbanksitzung Ende des Monats sagte Greenspan nichts. Im Laufe der Woche verlor der Dow Jones Index 2,7 %, der Nasdaq Composite büßte 1,8 % ein.

Am Wochenende äußerten sich die Top-Politiker positiv über die Konjunktur: "Es gibt einige Anzeichen dafür, dass wir die Kurve genommen haben", sagt Wirtschaftsminister Donald Evans. Er berief sich auf positive Verkaufszahlen aus dem Einzelhandel, die gestiegene Nachfrage nach Autos und Häusern und dem Abbau von Lagerbeständen in der US-Industrie. Und Finanzminister Paul O'Neill bestätigte den 74 %, die in einer aktuellen Umfrage des Fernsehsenders Fox gesagt hatten, mit der Wirtschaft gehe es aufwärts, sie hätten Recht. Nur 14 % hatten befürchtet, die Konjunktur sei weiter auf Talfahrt. "Wir haben uneinheitliche Informationen über den Fortgang der US-Wirtschaft, doch deuten sie mehrheitlich ins Positive."

Wenig Aufmunterndes kommt hingegen von Merrill Lynch. Chef-Stratege Richard Bernstein hat den Aktienanteil im Musterportfolio von 60 % auf 50 % zurückgefahren. Er empfiehlt 30 % in Bonds zu investieren und 20 % Cash zu halten.

Damit gibt er die Stimmung am frühen New Yorker Morgen wieder. Auf den vorbörslichen Handel drücken Verluste bei den Big Caps: Intel und Cisco bekommen einen Dämpfer aus dem schwachen europäischen Handel und notieren mit einem Minus von 0,8 %. Ebenfalls im negativen Terrain handeln vor der Glocke Softwareunternehmen wie Sun Microsystems und Bea Systems und einige Vertreter der Handy-Branche, darunter Nokia und .

Mit einem Plus von fast 5 % startet der Software-Programmierer Ariba in die neue Handelswoche. Die Analysten von Goldman Sachs geben dem Titel ein Upgrade und nennen Ariba einen "Market Outperformer". Die Experten erwarten gute Ergebnisse für das Dezember-Quartal, auch dank einer gestrafften Unternehmensstruktur.

Aufwärts geht es am frühen Morgen auch für die Papiere von Handspring und Palm . Die Hersteller von Handhelds und elektronischen Notizbüchern legen 5 beziehungsweise 2,5 % zu. Die Analysten der Bank of America stufen Handspring auf "kaufen" auf. Sie sehen einen verbesserten Cash-Flow bei dem Unternehmen und die Chance für Handspring, zunehmend in den Funk-Markt einzusteigen. Auch glauben sie an eine Stabilisierung des Sektors allgemein. Davon wiederum profitiert auch Palm, wie auch von einem bullishen Kommentar von JP Morgan. Die dortigen Experten sehen das Unternehmen "im laufenden Quartal gut positioniert" und glauben, dass die Verkäufe der Modelle M125 und M500/505 besser sind als erwartet.

Auf den Dow Jones drückt am Morgen das Papier von United Technologies . Präsident Karl Krapek hat seinen Rücktritt angekündigt und die Experten der Credit Suisse First Boston vermuten, dass der 53-jährige die Nachfolge von Larry Bossidy bei Honeywell antritt oder Phil Condit bei Boeing ersetzt. United Technologies gibt am Morgen 1,5 % ab.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%