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Wall Street erwartet verhaltenen Handelsstart

Die Quartalssaison geht weiter. Vorbörslich bewegen unter anderem die Ergebnisse von J.P. Morgan, AOL Time Warner und Ford die Gemüter der Anleger. Die Marktteilnehmer zeigen sich von den neusten Quartalsdaten zur Wochenmitte wenig begeistern.

Das Brokerhaus J.P. Morgan hat die

Gewinnerwartungen der Analysten um satte 32 Cents pro Papier verfehlt. Automobilkonzern Ford musste erstmals seit dem Jahr 1992 einen Quartalverlust ausweisen. Der Medienkonzern AOL Time Warner hat den Verlust im zweiten Quartal ausgebaut. Wen wundert es da, dass die Futures auf einen schwächeren Handelsstart deuten. Der S&P 500 Future notiert vor Handelsbeginn fast elf Punkte im Minus. Der Öffnungsindikator der Nasdaq rutsch über 32 Punkte ins negative Terrain.

Es sind weniger die Quartalsergebnisse als vielmehr die Zukunftsaussichten, die die Aktien heute unter Druck setzen dürften. Die Angst vor einer weiter abkühlenden US-Wirtschaft dominiert die Märkte. Da kommt die schlechte Nachricht von American Express am Morgen gerade recht. Der Finanzdienstleister reagiert mit Umstrukturierungsmaßnahmen auf die schlechte Marktsituation. American Express wird 4000 bis 5000 Arbeitsplätze abbauen. Die Umstrukturierungsmaßnahmen werden das Unternehmen mindestens 310 Millionen Dollar kosten. Gleichzeitig wird das Unternehmen 826 Millionen Dollar an Vorsteuern für Verluste aus Junk Bond zahlen müssen. Die Aktie verliert vorbörslich rund vier Prozent.

Der Computersektor dürfte nach den Quartalsergebnissen von Apple unter Druck geraten. Der Hersteller der farbenfrohen iMacs konnte die Analystenerwartungen mit einem Gewinn um zwei Cents pro Aktie übertreffen. Doch die US-Wirtschaft zeigt keine Zeichen für eine baldige Erholung. Der Computerhersteller warnt die Anleger, dass das Ergebnis im vierten Quartal schlechter ausfallen könnte als erwartet. Die Aktie notiert bereits schwächer.

Veritas zählt vorbörslich zu den meistgehandelten Aktien und verliert bereits vor der Eröffnungsglocke über 17 Prozent an Wert. Das auf Computerprogramme für Datenspeicher spezialisierte Unternehmen hat die Umsatzerwartungen für das gesamte Geschäftsjahr bereits zum zweiten Mal seit vergangenem April reduziert. Hatte Veritas bisher mit einem Umsatzwachstum von 35 bis 50 Prozent gerechnet, schraubt das Management die Wachstumsprognosen nun auf 25 bis 35 Prozent zurück. Real Networks schließt sich dem Trend an. Der Hersteller von Software für Internet-Player warnte die Anleger ebenfalls vor enttäuschenden Quartalszahlen, nachdem das Unternehmen die Gewinnerwartungen der Analysten um einen Cent verfehlte. Möglicherweise wird Real Networks im dritten Quartal keinen Gewinn erzielen. Die Aktie rutscht im außerbörslichen Handel über neun Prozent ins Minus.

Intel sorgt auf dem Chipsektor für negative Impulse. Zwar konnte der Chiphersteller die Analystenerwartungen mit einem Gewinn von zwölf Cents um zwei Cents übertreffen. Doch die Anleger sind mit dem Ergebnis nicht wirklich zufrieden. Im dritten Quartal dürfte der Umsatz zwischen 6,2 und 6,8 Milliarden Dollar und damit ebenfalls unter den Vorjahreszahlen liegen.

Vorbörslich stärker notiert die Aktie von RF Micro Devices. Der Hersteller von Chips für den Mobiltelefonbereich will den Umsatz im zweiten Quartal im Vergleich zum ersten Quartal um zehn Prozent steigern. Das gefällt den Anlegern. Das Papier gehört im außerbörslichen Handel mit einem Plus von über elf Prozent zu den gefragtesten Werten. Getränkehersteller Coca Cola konnte den Gewinn im zweiten Quartal dagegen um 21 Prozent steigern. Die Anleger reagieren nach wie vor zurückhalten.

Schwächer tendiert am Morgen der Ölsektor. Die Aktien der Ölkonzerne Chevron und Texaco notieren im außerbörslichen Handel schwächer, nachdem die Preise für Rohöl fielen. Ein Bericht über die US-Ölreserven hatte gezeigt, dass die Lagerbestände auf den höchsten Stand seit April gestiegen sind.

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