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Wall Street: Freundlich in die neue Woche

Die Wall Street startet freundlich in die neue Handelswoche. Spekulationen über mögliche Zinssenkung lassen die Anleger schlechte Nachrichten vergessen. Nachdem das rückläufige Wirtschaftswachstum Anleger und Unternehmen in den vergangenen Quartalen Geld und Nerven gekostet hatte, scheint nun Licht an Ende des Tunnels. Sowohl der Dow Jones als auch der Nasdaq Index notieren in der Gewinnzone.

An New Yorks Wall Street warten die Anleger auf den erhofften Showdown. Wird Notenbank-Chef Alan Greenspan bereits morgen die US-Leitzinsen um 50 Basispunkte senken? Sollte das Konsumentenvertrauen im Februar geringer ausfallen, als von den Experten erwartet, sei Alan Greenspan gezwungen, möglichst bald zu handeln, so die Stimmen zahlreicher Analysten. Eine Entscheidung bis zur nächsten Notenbanksitzung am 20. März aufzuschieben, dürfte verheerende Folgen für die Märkte haben, die schon lange auf einen weiteren Schritt der US-Notenbank warten.



Wayne Angell, der Chefökonom von Bear Stearns sieht die Wahrscheinlichkeit, dass Alan Greenspan die US-Leitzinsen in der kommenden Woche senken könnte bei 60 Prozent. Zwar senkt Brokerhaus Lehman Brothers die Jahreserwartungen für den Nasdaq Index, doch habe das US-High-Tech-Barometer noch genug Luft, um Punktgewinne zu verzeichnen.



Zu den größten Gewinnern des Nasdaq Index gehören am Morgen Microsoft, Siebel und i2 Technologies. Die Verliererliste führen Cisco und Dell an. Die Aktie von Cisco gerät unter Druck, nachdem das Brokerhaus Credit Suisse First Boston sowohl die Gewinnerwartungen als auch das Kursziel für die Aktie reduzieren. Die kränkelnde US-Konjunktur werde die Technologieunternehmen weiterhin belasten. Die Analysten reduzieren das Kursziel von 45 auf 40 Dollar.



Auch auf der Gewinnerliste des Dow Jones Index steht Microsoft ganz oben. Der Softwarekonzern freut sich zum Wochenauftakt über Kursgewinne. Die Experten von dem US-Anlegermagazin Barron´s sagen der Aktie des Softwaregiganten ein Kursziel von mindestens 70 Dollar voraus. Der Softwartekonzern befindet sich zurzeit in einer zweitägigen Anhörungsphase vor dem Berufungsgericht. Es wird untersucht, ob Microsoft die Konkurrenz auf eine illegale Weise ausgestochen hat, um die Dominanz im Markt für PC Betriebssysteme zu sichern. Bereits von Handelsbeginn geht es für Microsoft in die Gewinnzone.



Texas Instruments

gewinnt trotz schlechter Nachrichten an Wert. Der Hersteller von Chips, die vor allem Halbleiter für den Mobilfunkbereich produzieren, wird die Umsatzerwartungen im ersten Quartal nicht erfüllen können. Der Konzern reduziert die Erwartungen um 20 Prozent nach unten. Nachdem Motorola am Freitag bereits vor enttäuschenden Quartalszahlen gewarnt hatte, kommt diese Nachricht nicht überraschend. Geringere Nachfrage, hohe Lagerbestände, die abkühlende US-Wirtschaft und sinkende Gewinnmargen belasten die Geschäftsentwicklung.



Über Kursgewinne freuen sich heute vor allem die Finanz- und Pharmawerte. Finanztitel gehören traditionell zu den größten Gewinnern von Zinssenkung. In Erwartung eines möglichen Zinsschritts decken sich Anleger am Morgen mit den Aktien ein.



Den defensiven Pharmasektor beflügeln Spekulationen bei Alza. Der Pharmakonzern könnte möglicherweise auf der morgigen Analystenkonferenz die Gewinnprognosen nach oben korrigieren. Ebenfalls stärker tendieren die Papiere von Ölserviceunternehmen. Die Analysten der Banc of America stufen die Aktie von Schlumberger von "kaufen" auf "aggressiv kaufen".



Dow Jones Index belasten heute die korrigierten Zukunftsprognosen von Procter & Gamble. Der Konsumgüterkonzern werde wegen des Währungsverfalls in der Türkei in der zweiten Jahreshälfte einen geringeren Gewinn einfahren. Mit einem Jahresumsatz von 400 Millionen Dollar ist die Türkei der zwölft wichtigste Absatzmarkt für Procter & Gamble. Der Konzern reduziert sowohl die Umsatz- als auch die Gewinnerwartungen. Die Prognosen liegen am unteren Ende der Analystenschätzungen.

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