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Wall Street: Freundliche Stimmung vor der Fed-Sitzung

Die US-Börsen gehen optimistisch in den Tag der letzten Notenbanksitzung des Jahres. Die Futures auf die technologie-orientierte Nasdaq notieren mit 15 Zählern im Plus, der breit gefächerte S&P 500 handelt vorbörslich mit zwei Punkten im grünen Bereich.

Zum Wochenauftakt haben die beiden großen US-Indizes ihre zwischenzeitlichen Höchststände verlassen und sind unter die "magischen Marken" gerutscht, die sie in der Vorwoche übersprungen hatten. Der Dow schloss unter 10.000, die Nasdaq unter 2000 Punkten. Investoren fürchteten am Montag, der Markt habe sich von den September-Tiefständen zu schnell erholt. Gewinnmitnahmen drückten auf die Kurse.

Anders sieht das Ralph Acampora, technischer Analyst von Prudential Securities. "Der seit September am Aktienmarkt eingeschlagene Aufwärtstrend bleibt intakt", sagt er, und hat eher Bedenken was das weitere Anstiegspotential betrifft als eventuelle Verlustrisiken. Aktien von Dell Computer, Cisco Systems, Intel, Amazon und Dial empfiehlt er, auf Zwölf-Monats-Ziel zu kaufen.

Von der Notenbank am New Yorker Nachmittag versprechen sich die Marktteilnehmer eine erneute Zinssenkung um 25 Basispunkte. Die Analysten von Goldman Sachs schließen in Anbetracht des sehr schwachen Arbeitsmarktberichtes auch eine Zinssenkung um 50 Basispunkte nicht aus. Es wäre die elfte Zinssenkung in diesem Jahr. Der Leitzins notiert zur Zeit bei zwei Prozent, was angesichts einer Inflationsrate von 2,1 Prozent einem negativen Realzins entspricht.

Am frühen Dienstagmorgen ist die Aktie von Nokia meist gefragtes Papier an der Wall Street. Nokia legt bereits vor der Glocke sieben Prozent zu, nachdem das Unternehmen die Gewinnerwartungen für das laufende Quartal bestätigt hat. Das Management macht sogar Hoffnung, man könne den prognostizierten Anteilsgewinn übertreffen. Nokias Höhenflug gründet auf den Erfolg der neuen Internet-Handys, die besseren Absatz finden als erwartet. Konkurrent Ericsson legt 3,6 Prozent zu, Motorola 1,2 Prozent.

Unter den Big Caps ist Cisco vorbörslich der große Gewinner. Fast zwei Prozent legt die Aktie im frühen Handel zu. Das Unternehmen sagt, auf dem asiatischen Markt seien die ersten Anzeichen einer Erholung zu sehen. Ein großer Wachstumsmarkt sei China. "Dort gibt es teilweise noch nicht einmal einfache Telefonnetze", sieht Ciscos Asien-Chef McElwain Potenzial. Auch die übrigen Big Caps tendieren freundlich. Sun Microsystems legt zwei Prozent zu, Intel etwa ein Prozent, Microsoft eröffnet gut behauptet.

Am Montag war McDonalds einer von nur vier Werten im Dow Jones, die den Index stützten. Am Dienstag geht es abwärts. Die Analysten stufen die Aktie von "aggressiv kaufen" auf "Marktperformer" ab und senken das Kursziel von 38 Dollar auf 29 Dollar. Anhaltende Sonderangebote und erneut aufkommende Angst vor Rinderwahn in Japan dürften sich auf die Kette belastend auswirken. Lehman Brothers stuft den Burger-Konkurrenten Wendy?s auf "aggressiv kaufen" auf, der Fastfood-Kette komme eine zunehmende Diversifizierung der Angebotspalette zugute.

Dem Modesektor geht es zur Zeit eher schlecht. Die Umsätze sind in den letzten Monaten teilweise stark eingebrochen, auch das Weihnachtsgeschäft ist schwächer als erwartet. Gute Nachrichten kommen der Jones Apparel Group da gerade recht. Die Firma, die unter anderem Produkte von Polo Sport Ralph Lauren wird Homestake Mining im S&P 500 Index ersetzen. Index-orientierte Fonds müssen damit Aktien kaufen, das Papier gewinnt vorbörslich fünf Prozent zu.

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