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Wall Street: Freundlicher Trend nach zwei Tagen Talfahrt

Nach zwei Tagen mit hohen Verlusten deuten die Futures am Donnerstagmorgen wieder auf einen freundlicheren Handel. Einige starke Tech-Aktien heben die Nasdaq zehn Zähler ins Plus, der breit gefächerte S&P 500 notiert vorbörslich mit drei Punkten im grünen Terrain.

Zwei Tage in Folge hat der Dow Jones Index dreistellig verloren. Das Barometer notiert bei 9711 Punkten und hat sich damit von der psychologisch wichtigen 10.000-Punkte-Grenze entfernt. Die Technologiebörse ging am Mittwoch mit einem Minus am Dienstag 2,5 Prozent nach und schloss bei 1888 Zählern.

Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung ist in der letzten Woche um 54.000 auf 488.000 gestiegen. Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen hat zugenommen. Dem Markt verpasste die Nachricht nur einen kleinen Dämpfer. Experten hatten ohnehin mit schlechten Nachrichten gerechnet. Gute Nachrichten gibt es indes auch: Die Bestellungen von langfristigen Gütern haben erstmals seit sechs Monaten zugenommen, und zwar um 12,8 Prozent. Das stützt die Industrieproduktion.

Auch am Donnerstag ist die gescheiterte Übernahme des Energiekonzerns Enron durch Dynegy Thema des Tages auf dem New Yorker Börsenparkett. Nachdem sich Dynegy aus dem Deal zurückgezogen hat, gibt es für den einstigen Branchenriesen Enron kaum eine Chance mehr. Dennoch legt die Aktie im vorbörslichen Handel zeitweise bis zu fünf Prozent zu - auf einfachem Grund: Investoren haben bei einem Aktienpreis von 60 Cents nicht viel zu verlieren. Sollte der Konzern noch zu retten sein, sind indes hohe Gewinne möglich.

Im Sog von Enron finden sich die Aktien zahlreicher Unternehmen: J.P. Morgan muss im Fall eines Konkurses 500 Millionen Dollar in den Wind schreiben. Die Citigroup könnte bis zu 800 Millionen Dollar verlieren. Dafür könnte eine Brauerei von den Enron Problemen profitieren. Anheuser-Busch, die Dachgesellschaft der Marke Budweiser, soll den Energiehändler im S&P 100 Index ersetzen. Der Titel legt zwei Prozent zu.

In den Airline-Sektor dürfte am Donnerstag Bewegung kommen. Die Analysten der Deutsche Bank Alex. Brown haben die Aktien von fünf Fluggesellschaften aufgestuft. Sie empfehlen Anlegern, die Papiere von American Airlines, Continental, Delta, Northwest und Alsaka Air auf "aggressiv zu kaufen". Southwest und Atlantic Coast, zuletzt schwache Performer in der Branche, werden abgewertet.

Zahlreiche Technologiewerte stehen am frühen Morgen auf der Gewinnerseite. Der Speicherspezialist Brocade Communications legt bei hohem Volumen 3,7 Prozent zu. Die Analysten von Goldman Sachs haben die Aktie aufgestuft und empfehlen sie zum "Kauf", obwohl das Unternehmen im vierten Geschäftsquartal ein Minus von 54 Millionen Dollar einstecken musste. Vor einem Jahr hatte Brocade noch einen Gewinn von 27 Mio. Dollar ausweisen können.

Mehr als elf Prozent legt der weltgrößte Handheld-Hersteller Palm zu. Das Unternehmen hat eine neue Entlassungsrunde ausgerufen. Weitere 250 Jobs oder 18 Prozent der Gesamtbelegschaft werden gestrichen. Allerdings bestätigt das Unternehmen, im laufenden Quartal die Verlustschätzung von sieben Cents je Aktie erreichen zu können. Der Umsatz habe im Oktober und November angezogen. Auch Konkurrent Handspring legt zehn Prozent zu. Das Wall Street Journal sieht in dem neuen Minicomputer Treo 180 einen Durchbruch.

Den Biotech-Sektor, der am Mittwoch zu den aktivsten gehörte, stützt am Morgen die Aktie von Cell Therapeutics. Die US-Prüfbehörde FDA hat einem Krebsmedikament "Orphan"-Status zuerkannt. Damit ist die letzte Testphase eingeläutet, eine Markteinführung in Reichweite. Papiere von Cell Therapeutics legen fünf Prozent zu.

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