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Wall Street freut sich über das Urteil des US-Supreme Courts

Das Oberste US-Gericht hat nun endlich sein Urteil über die US-Präsidentschaft verlauten lassen. In einer komplizierten Rechtssprechung lehnten die Richter zwar erneuerte Handnachzählungen ab, verwiesen den Fall dennoch zurück an den Oberste Gerichtshof in Florida. Die amerikanischen Medien und die Wall Street sehen George W. Bush daher erneuert als Wahlsieger. Stimmen, auch aus den Reihen der Demokraten, werden nun laut, dass der Kandidat und Vizepräsident Al Gore seine Aufgabe bekannt geben soll.

Investoren würden ein Sieg Bushs begrüßen. Von dem Republikaner erhoffen sich Anleger weniger Einmischung in die Pharma- und Ölindustrie sowie eine laxere Kartellpolitik. Sie wünschen sich von seiner Laisser-faire Wirtschaftspolitik einen Antrieb der Konjunktur. Die Futures zeigen trotz schlechter Wirtschaftsdaten zuversichtlich auf einen guten Handelstag.



Die vor Börsenstart veröffentlichten Konjunkturdaten deuten darauf, dass die Wirtschaft doch wesentlich stärker abkühlt, als es der Wall Street lieb ist. Verkäufe im Einzelhandel sind im November gegenüber Oktober um 0,4 Prozent gefallen. Erwartet wurde jedoch ein Anstieg von 0,2 Prozent. Ausgenommen den Autoverkäufen ist der Index jedoch um 0,2 Prozent gestiegen. Das bedeutet das gerade im Autosektor die November-Verkäufe um 2,2 Prozent zurückgegangen sind. Damit handelt es sich um den stärksten Rückgang seit Juli 1998. Investoren bauen nun auf eine Zinssenkung der US-Notenbank, die durch die rückgängige Konjunktur immer wahrscheinlicher wird.



Werte, die von einer Präsidentschaft George W. Bushs profitieren würden, gewinnen vorbörslich an Wert. Microsoft legt an Punkten zu. Die Bush-Regierung kündigte an, das Antitrustverfahren gegen den Softwarekonzern weniger aggressiv zu verfolgen als die demokratische Regierung. Tabak- und Pharmawerte profitieren ebenfalls vorbörslich.



Auch zur Wochenmitte werden die Märkte nicht von Gewinnwarnungen verschont. Compaq Computer reduzierte sowohl seine Gewinn- als auch Umsatzprognosen für das laufende Quartal. Der Konzern begründet die enttäuschende Umsatzentwicklung mit den schleppenden Auftragseingängen von kleinen, mittleren und Dot.com Unternehmen. Das Geschäft auf den ausländischen Absatzmärkten laufe planmäßig. Dagegen lahmte der Absatz in den USA.



Die meisten Analysten reagierten prompt. Sie senkten die Gewinnerwartungen für Compaq weiter, bestätigen aber die Empfehlungen. So bleibt Ashok Kumar von dem Brokerhaus US Bancorp Piper Jaffray bei seiner Kaufempfehlung, befürchtet jedoch, dass Compaq erst im zweiten Halbjahr 2001 mit einem Aufschwung rechnen kann. Im Gegensatz zu Dell Computer und Gateway beschränke sich Compaqs Geschäft ausschließlich auf den PC Bereich. Belasten könnten den Sektor jedoch weitere Gewinnwarnungen. Das Brokerhaus Chase Hambrecht & Quist befürchtet, dass Dell Computer eine weitere Umsatz- und Ertragswarnung aussprechen muss. Seit der ersten Warnung am 10. November habe sich das Geschäftsumfeld weiter verschlechtert.



Ob Compaqs Gewinnwarnung wie bei Yahoo, Intel und Eastman Kodak mit Kursgewinnen belohnt wird, muss sich im Handelsverlauf am Mittwoch zeigen. In den vergangenen Tagen war zu erkennen, dass schlechte Nachrichten bereits in den Kursen mancher Werte enthalten sind.



Vorbörslich gefragt sind die Werte der Online-Einzelhändler. US-Konsumenten gaben in der vergangenen Woche rund 1,2 Milliarden Dollar bei Einkäufen im Internet aus. Damit liegen die Einnahmen rund 36 Prozent über denen des Vergleichzeitraums des vergangenen Jahres. Onlinehändler können sich freuen. Gerade die vergangene Woche zählte in der Vorweihnachtszeit zu den Wichtigsten. Denn wer möchte, dass im Netz bestellte Geschenke rechtzeitig zum Fest ankommen, musste offiziell bis zum 12. Dezember seine Einkäufe im Internet getätigt haben. Amazon profitiert vorbörslich an Wert.

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