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Wall Street: Futures freundlich, Markt unsicher

Die Futures deuten am Morgen auf einen freundlichen Handelsstart, und auch einige Unternehmensmeldungen könnten für Kauflaune auf dem New Yorker Börsenparkett sorgen. Doch Analysten halten sich am Morgen mit Spekulationen über den Handelsverlauf an der Wall Street zurück.

Zur Erinnerung: Auch am Mittwoch hatte es morgens noch gut ausgesehen: Die US-Börsen waren zu einer Frühstücksrally gestartet, der Dow war zeitweise um mehr als hundert Punkte ins Plus geklettert. Doch als am Mittag aus New York und Washington weitere Milzbrand-Fälle gemeldet wurden, waren die Kurse eingebrochen. Der Dow Jones stürzte letztlich um 151 Punkte oder 1,6 Prozent auf bittere 9233 Punkten. Der technologie-lastige Nasdaq, der im frühen Handel so sehr von den Quartalsmeldungen der Tech-Werte profitiert hatte, fiel um 76 Punkte oder 4,4 Prozent un ging schließlich bei einem Stand von 1646 Punkten aus dem Handel.

Ein Trendwende könnte es am Markt hingegen geben. Waren in den vergangenen Tagen Gewinner und Verlierer stets quer durch alle Sektoren zu finden, könnten am Donnerstag einzelne Meldungen Sektoren stützen oder drücken. Der Grund: Am vierten Tag dieser hektischen Ertragswoche melden zahlreiche Firmen, die ihren Sektor mehr oder weniger vervollständigen. Branchen können wieder besser im Gesamten beurteilt werden.

Beispiel Pharma: Nach sehr guten Ergebnismeldungen am Dienstag konnte allein Johnson & Johnson Gewinne einfahren. Am Mittwoch zog Branchenprimus Pfizer nach, der ebenfalls die Analystenerwartungen übertroffen hatte. Die übrigen Pharma-Hersteller standen nach wie vor unter Druck. Doch am Morgen meldeten mit Merck und Eli Lilly nun die letzten beiden Branchenriesen. Zwar stiegen bei Merck die Gewinne nur um sechs Prozent, aber immerhin im Rahmen der Analystenerwartungen. Merck wies am Morgen einen Gewinn von 1,95 Milliarden Dollar oder 84 Cents pro Aktie aus. Das Papier legt vorbörslich ein Prozent zu.

Eli Lilly hingegen ist das Sorgenkind der Branche und braucht Medikamente bald eher als viele seiner Patienten. Nach den dramatische Umsatzeinbußen seines Psychopharmakas Prozac muss der Konzern noch eine Absage der Gesundheitsbehörde FDA an sein Mittel gegen Blutvergiftung, Xigris, einstecken. Die Gewinne des Unternehmens fielen im Quartalsvergleich auf 723,2 Millionen Dollar oder 66 Cents pro Aktie. Das Papier wurde am Morgen noch nicht gehandelt, war aber schon am Mittwoch um fünf Prozent eingebrochen.

Gute Gewinne wies am Morgen Coca-Cola aus. Das Unternehmen übertraf die Konsensschätzung der Wall Street deutlich und legt im Vorhandel zu. Ähnlich dürfte es Colgate-Palmolive gehen. Der Hersteller von Zahncreme, Seife, Spülmittel und weiteren Alltagsgütern konnte am Morgen einen respektablen Gewinn ausweisen und die Analystenerwartungen punktgenau treffen. Die Aktie wurde am Morgen noch nicht gehandelt.

Nach weiteren Meldungen von Apple und Handspring, Siebel Systems und Texas Instruments am Mittwochabend sowie Applied Micro, Gateway, PeopleSoft, Sun Microsystems und Xilinx am Donnerstag sind am Morgen alle Augen auf den Techsektor gerichtet. Vorbörslich gehören die Papiere von Siebel und Texas Instruments zu den großen Verlierern, Chipwerte hingegen notieren am frühen Morgen mit ersten Gewinnen.

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