Archiv
Wall Street: Futures freundlich, trotz Ertragswarnungen bei Merck und AmEx

Zur Wochenmitte zeigen sich die US-Märkte freundlich. Die Futures auf den Nasdaq und den breit gefächerten S&P 500 notieren mit leichten Gewinnen.

Am Vortag hatte vor allem der Dow Jones Index ein Wechselbad der Gefühle erlebt. Vor der Zinssenkung hatte der Standardindex bei geringer Volatilität und schwachem Volumen mit leichten Gewinnen notiert. Nach der Zinssenkung ging?s steil bergauf, der Dow durchstieß die 10.000er-Grenze, um dann abzustürzen. Der Dow schloss mit einem Minus von 33 Punkten auf 9886 Zählern. Die Nasdaq ging mit einem Gewinn von zehn Punkten oder 0,5 Prozent aus dem Handel. Der Tech-Index notiert bei 2002 Punkten.

Die Aktie des Pharmariesen Merck hatte am Nachmittag auf den Dow gedrückt, nachdem das Unternehmen eine unerwartete Gewinnwarnung ausgesprochen hatte. Für das gesamte Jahr 2002 rechnet das Management mit einem Nullwachstum - in der Pharmabranche ist man selbst in konjunkturell schwachen Zeiten Wachstumsraten im zweistelligen Prozentbereich gewöhnt. Am Morgen wird das Papier wieder gekauft, Merck legt ein halbes Prozent zu.

Druck auf den Dow - und auf den übrigen Handel - dürfte dagegen von American Express kommen. Eine Stunde vor Handelsbeginn an der Wall Street hat der Kreditkarten-Anbieter eine Ertragswarnung ausgesprochen. Das Unternehmen hat die Gewinnerwartungen für das laufende Quartal von 40 Cents auf 34 Cents gesenkt. Außerdem sollen bis zu 6500 Mitarbeiter entlassen werden.

Stabilität zeigt der Konsumgüterproduzent Procter&Gamble . Der Hersteller von Pampers und dem Waschmittel Tide hat am Dienstag nach Börsenschluss die Gewinnerwartungen für das zweite Quartal und das laufende Fiskaljahr 2002 um jeweils drei Cents auf 1,03 beziehungsweise 3,49 Dollar pro Aktie angehoben. Die Analysten von Goldman Sachs empfehlen die Aktie am Morgen erneut zum "Kauf", das Papier legt 3,3 Prozent zu.

Druck lastet hingegen wieder auf der Aktien von Halliburton . Der Öl- und Bauriese, dem eine verlorene Asbestklage am Freitag den Kurs verhagelte, und der sich seit Wochenbeginn nur leicht erholte, wird von einem kleinen Brokerhaus auf "verkaufen" abgestuft. Die Aktie verliert vorbörslich fast drei Prozent.

Die meistgehandelte Aktie am frühem Mittwochmorgen ist das Papier von Comverse Technology. Das Unternehmen wird 15 Prozent der Belegschaft entlassen, nachdem der Gewinn im vergangenen Quartal um 97 Prozent gefallen ist. Dies führt zwar zunächst zu Einmalbelastungen in Höhe von 60 Millionen Dollar, spart dann aber jährlich 70 Millionen Dollar ein. Morgan Stanley stuft Comverse auf, Merrill Lynch stuft ab. Anleger interessieren sich für das Papier, und Comverse gewinnt vor der Glocke fünf Prozent.

Etwa drei Prozent verliert der Energie- und Schlagzeilenlieferant Enron . JP Morgan verklagt den gescheiterten Konzern auf 2,1 Milliarden Dollar und erhebt Anspruch auf Anlagen, Bargeld und Besitz des Unternehmens. Mit der Klage gegen Enron macht die Bank eine überraschende Kehrtwende. Erst am Montag waren Gerüchte aufgekommen, nach Citigroup und der Schweizer Großbank UBS wolle auch JP Morgan ein Übernahmeangebot an Enron einreichen, um das Unternehmen doch noch zu retten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%