Wall Street: Futures steigen am Tag der Dow-Meldungen

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Wall Street: Futures steigen am Tag der Dow-Meldungen

Erneut deuten die Futures am frühen New Yorker Morgen auf einen Handelsauftakt im grünen Bereich. Allerdings soll da nicht viel heißen: Zu oft hatte man in den letzten Wochen frühe Gewinne gesehen, denen eine Schlappe am Nachmittag folgte. Eine halbe Stunde vor der Glocke notiert der S&P 500 mit einem Plus von 2 Punkten, die Nasdaq legt 11 Punkte zu.

Die US-Märkte haben im Laufe des Dienstags schlapp gemacht und begannen die Woche mit Verlusten. Der Dow Jones schloss mit einem Minus von 57 Punkten oder 0,6 Prozent bei 9714 Punkten. Die technologie-orientiert Nasdaq gab 47 Punkte oder 2,5 Prozent ab und ging bei 1882 Punkten aus dem Handel.

Fünf Unternehmen aus dem Dow Jones Index melden am Mittwoch Quartalsergebnisse. Der Ölriese Exxon Mobil meldete am Morgen einen Gewinnrückgang um fast 50 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal - Schuld daran ist natürlich der schwache Ölpreis, der schwer auf die Margen des Branchenführers drückte. Das Unternehmen verzeichnet für das vergangene Quartal ein Anteilsplus von 39 Cent und trifft damit die Konsensschätzung der Wall Street punktgenau. Das relativ schwache Ergebnis dürfte die Exxon-Aktie im Handel nicht sehr belasten, der Gewinnrückgang ist eingepreist. In den letzten drei Monaten ist der Kurs des Papiers nur um ein Prozent gestiegen, wesentlich schwächer als die durchschnittliche Performance der Blue Chips.

Auch beim Chemieriesen DuPont sind die Gewinne dramatisch zurückgegangen, man beendete das vergangene Viertel um 75 Prozent schwächer als das Vergleichsquartal. Das Unternehmen weist einen Gewinn von 124 Millionen Dollar oder 12 Cent pro Aktie aus, was die durchschnittlichen Erwartungen des Marktes um einen Penny schlägt. Du Pont erwartet ein weiterhin schwaches erstes Quartal, rechnet für das gesamte Jahr 2002 aber mit einem Gewinnwachstum gegenüber 2001.

Der Flugzeughersteller Boeing hat mit einem Quartalsgewinn von 722 Millionen Dollar oder 90 Cent die Erwartungen des Marktes erfüllt. Das Unternehmen muss aber außerordentliche Kosten von fast 600 Millionen Dollar streichen, größtenteils Folgekosten der September-Attacken, weshalb man mit einem realen Quartalsplus von nur noch 12 Prozent schließt. In die Zukunft blickt man bei Boeing düster: In 2002 werde der Gewinn noch weiter auf 54 Millionen Dollar sinken, in 2003 auf 52 Millionen Dollar. Jobkürzungen bleiben da nicht aus: Zwischen 30.000 und 95.000 Mitarbeiter müssen Boeing wohl verlassen. Die Aktie ist seit Jahresbeginn schwächster Wert im Dow und verliert auch vorbörslich leicht.

Der Handyhersteller Motorola überraschte die Analysten mit dem vierten Quartalsverlust in Folge nicht. Das Unternehmen weist für die vergangenen drei Monate ein Verlust von 90 Millionen Dollar oder 4 Cent pro Aktie aus. Für das laufende Quartal rechnet man mit einem noch schlechteren Ergebnis, nicht zuletzt weil Motorola weiter mit den Konkurrenten Nokia und Texas Instruments um Marktanteile kämpft. Doch gibt man sich langfristig positiv: Im dritten Quartal soll der Turnaround gelingen, das Jahr 2002 will Motorola mit einem Anteilsplus von 15 Cent abschließen und damit in Höhe der Erwartungen. Noch optimistischer gibt sich am Morgen JP Morgan: Die Analysten glauben "Motorola hat dank einer Restrukturierung und der Einführung neuer Modelle die Kurve gekriegt" und verpassen der Aktie ein Upgrade auf "kaufen".

Auch einige Chip-Ausrüster werden von JP Morgan aufgestuft. Die Analysten sehen angesichts zahlreicher Meldungen aus dem Chipsektor eine künftig stabilere Nachfrage für die Zulieferer, die Chipdesigner und die Hersteller von Testgeräten. "Das Schlimmste ist überstanden", sagen die Experten und raten Novellus, Applied Materials, KLA-Tencor, Teradyne und Varian Semi "langfristig zu kaufen".

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