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Wall Street geht bergab: Finanzen, Energie und Pharma drücken auf den Markt

Am Mittag handeln die US-Märkte auf Tagestiefständen. Der Dow Jones verliert zur Stunde 70 Punkte, die Nasdaq notiert mit zwanzig Punkten im Minus.

Nach einem respektablen Start steht der Finanzsektor nun doch in die Knie. Der Finanz- und Reisedienstleister American Express hatte am Morgen eine Gewinnwarnung ausgesprochen. Das Unternehmen hat die Erwartungen für das laufende Quartal von 40 Cents auf 34 Cents gesenkt. Außerdem sollen bis zu 6500 Mitarbeiter entlassen werden. Die Aktie verliert fast fünf Prozent.

Die Aktie von Merck verliert zur Stunde mehr als vier Prozent. Der Pharmakonzern hatte am Dienstagnachmittag eine Gewinnwarnung ausgesprochen und Analysten dazu gebracht, die übrigen Unternehmen der Branche genauer unter die Lupe zu nehmen. Merck nämlich rechnet für das Jahr 2002 mit einem Nullwachstum, vor allem da zahlreiche Patente auslaufen und dem Unternehmen Konkurrenz seitens der Hersteller billiger Generika droht. Branchenweit laufen in den nächsten fünf Jahren Patente für Medikamente mit einem Jahresumsatz von insgesamt 34 Milliarden Dollar aus. Merck ist mit einem Anteil von sieben Milliarden Dollar nur eines der betroffenen Unternehmen. Weitere Gewinnwarnungen erwarten die Experten von Bristol-Myers Squibb und Astro-Zeneca. Aus dem Schneider scheint Pfizer zu sein. Dem Viagra-Hersteller laufen bis 2005 gar keine Patente aus, an der Wall Street gilt das Unternehmen als das bestpositionierte. Pfizer verliert im Mittagshandel dennoch fast zwei Prozent, Bristol-Myers Squibb notiert mit mehr als fünf Prozent in der Verlustzone.

Auch die unendliche Geschichte um Enron wird am Mittwoch weitergesponnen. Die Aktie des Energie- und Schlagzeilenlieferanten verliert 18 Prozent, nachdem JP Morgan den gescheiterten Konzern auf 2,1 Milliarden Dollar verklagt hat. Zum größten Opfer des Enron-Krise scheint der Konkurrent Calpine zu werden. Analysten haben die Unternehmensstruktur Calpines mit der von Enron verglichen. Trotz heftiger Dementi seitens des Managements verlieren die Anleger das Vertrauen in die Aktie, Calpine verliert mehr als 20 Prozent und notiert, ebenso wie Dynegy, Duke, Williams und andere Unternehmen des Energie-Sektors, auf einem 52-Wochen-Tief.

Dem Dow Jones ist zur Wochenmitte allein Procter&Gamble eine Stütze. Der Hersteller von Windeln und Waschmittel hat die Gewinnerwartungen für das zweite Quartal und das laufende Fiskaljahr 2002 um jeweils drei Cents auf 1,03 beziehungsweise 3,49 Dollar pro Aktie angehoben. Die Analysten von Goldman Sachs empfehlen die Aktie am Morgen erneut zum "Kauf", das Papier legt vier Prozent zu und zieht auch dir übrigen Hersteller von Konsumgütern mit sich: Clorox, Colgate-Palmolive und Dial notieren alle mit Gewinnen.

Unter den Technologiepapieren an der Nasdaq behalten Händler die Chipwerte im Auge. Der Branchenindex verliert seit Tagen und ist nahe daran, unter seinen 200-Wochen-Wachstumsdurchschnitt zu fallen. Im Plus notieren zur Stunde allein Big Cap und Branchenprimus Intel mit fast einem Prozent, sowie Texas Instruments , das 2,5 Prozent gewinnt und stärkster Titel im Chipsektor ist.

Die Aktie von Veritas dominiert den Software-Sektor. Das Unternehmen hat einen Deal mit dem Hardware-Riesen IBM abgeschlossen. Big Blue wird Software von Veritas übernehmen und gibt dem Unternehmen Berater-Status. Außerdem empfehlen die Analysten von Salomon Smith Barney das Papier zum "Kauf" - Veritas gewinnt 2,5 Prozent.

Mit einem Plus von 37 Prozent ist Millennium Cell bester Performer an der Nasdaq. Das Unternehmen hat eine Brennstoffzelle entwickelt, die DaimlerChrysler jetzt erstmals in Autos testet. Analysten sehen in dem Antrieb auf der Basis von Natrium-Borhydrid eine Alternative zu herkömmlichen Brennstoffen, und Investoren kaufen auf einem Sechs-Monats-Hoch.

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