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Wall Street gibt Großteil der Gewinne ab

Der Wall Street ging gegen Nachmittag die Puste aus. Stark gestartet, mussten New Yorks wichtige Aktienindizes bei hohem Handelsvolumen einen Großteil ihrer Tagesgewinne wieder abgeben. Vor allem die Punktverluste bei Unterhaltungs- und Finanztiteln nahmen den Indizes den Schwung. Knapp im Plus schloss der Dow Jones Index mit fast 0,4 Prozent im Plus bei 10 610 Punkten. Das Börsenbarometer der Nasdaq Werte beendete den Handel mit einem Plus von 1,5 Prozent auf 2 046 Zählern.

Belasteten die Märkte am Mittwoch noch verfehlte Umsatzerwartungen und nach unten revidierte Zukunftsprognosen im Hightech-Sektor, sah die Nachrichtenlage am Donnerstag wieder besser aus. Zu den treibenden Kräften gehörten vor allem die Aktien des Chip- und Softwaresektors. Die Chipunternehmen Broadcom und Applied Micro Circuits sorgten mit optimistischen Umsatzprognosen für frischen Wind. Sie deuten an, dass die Chipnachfrage im Herbst wieder anziehen könnte. Die Aussicht auf eine mögliche Wende setzt die Ampeln in der gesamten Branche auf Grün. Neben dem Titel von Intel, der 3,7 Prozent gut machte, legten auch die Aktien von Micron Technologies und Texas Instruments zu.

Für einen Großteil der Punktverluste des Dow Jones Index war am Donnerstag Index-Schwergewicht IBM verantwortlich. Big Blue enttäuschte die Anleger am Mittwochabend mit einem mittelmäßigen Quartalsergebnis. Zwar konnte der Computerhersteller die Gewinnerwartungen erfüllt, doch die Umsatzzahlen haben nicht gehalten, was sich Experten im Vorfeld erhofft hatten. Die Aktie verlor fast 0,3 Prozent.

Weitaus besser erging es dagegen Dell Computers. Der weltgrößte Direktvertreiber von Computern konnte vorübergehend die Gunst der Anleger zurückgewinnen. Das Quartalsergebnis dürfte die Prognosen für das laufende Quartal erfüllen, erklärte Firmenchef Michael Dell am Donnerstag auf der jährlichen Hauptversammlung. Zudem sei es dem Konzern gelungen, der Konkurrenz Marktanteile abzuknöpfen. Doch das Management steht vor einer schwierigen Entscheidung: Preissenkungen könnten die Nachfrage ankurbeln, doch sie würden auch die Gewinnmargen belasten. Die Analysten des Brokerhauses Lehman Brothers zeigten sich eher skeptisch und senkten die Erwartungen für das Unternehmen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr. Die Aktie schloss bei 4,3 Prozent im Plus.

Von einer leichten Sommerbrise profitierte die Luftfahrt. Northwest Airlines musste zwar im vierten Quartal einen deutlichen Gewinneinbruch hinnehmen. Doch das Ergebnis fiel immer noch besser ausgefallen, als Analysten im Schnitt erwartet hatten. Vor allem höhere Kerosinpreise und die rückläufige Anzahl von First und Business Class-Passagieren haben zu dem niedrigeren Ergebnis geführt, erklärt die Unternehmensleitung. Die Aktie von Northwest Airlines schloss fast fünf Prozent im Plus. Die Aktie von Southwest Airlines konnte 1,3 Prozent gut machen. Das Papier von Continental Airlines kletterte 0,4 Prozent nach oben.

Ebenfalls zu den Gewinnern gehörte die Aktie von Microsoft. Die Hoffnung der Marktteilnehmer auf zufriedenstellende Quartalsergebnisse trieb die Aktie des Softwarekonzern ins positive Terrain. Das Papier gewann über 2,8 Prozent.

Für positive Impulse beim Mobilfunk sorgten am Donnerstag die überraschend guten Quartalsdaten von Nokia. Der finnische Konzern stellte eine Erholung im Infrastrukturgeschäft ab 2002 in Aussicht. Die Analysten von Credit Suisse First Boston bestätigten die Aktie auf "halten". Das Papier legte um fast 15 Prozent an Wert zu. Die Aktie von Ericsson kletterte 2,3 Prozent, die von Motorola schaffte es fast neun Prozent ins positive Terrain.

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