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Wall Street: Grüner Auftakt zum Quartalsende

Den letzten Handelstag des Quartals werden die US-Börsen wohl im grünen Terrain beginnen. Eine halbe Stunde vor Börsenstart notieren die Indizes auf alle drei großen Indizes mit leichten Gewinnen.

Am Mittwoch hatte der Dow von optimistischen Kommentaren einiger Analysten profitiert, die den Zyklikern auf die Sprünge halfen. Der Dow verbesserte sich um 75 Punkte oder 0,7 % auf 10 426 Punkte. Die Nasdaq schaffte den Sprung ins Positive erst in den letzten Minuten und schloss gut behauptet auf 1826 Punkten.

Zwei Faktoren dürften den Handel am Donnerstag bestimmen. Das Bruttoinlandsprodukt für das vierte Quartal wurde rückwirkend auf ein Plus von 1,7 % nach oben revidiert, und das gibt dem Handel Auftrieb. Die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung sind in der vergangenen Woche gestiegen, liegen aber immer noch unter der magischen Marke von 400 000. Diese kurzfristigen Indikatoren beeinflussen den Markt jedoch seit einigen Wochen kaum noch, da sich Anleger und Analysten um langfristige Prognosen anhand anderer konjunktureller Daten bemühen.

Viel wichtiger dürfte für den Donnerstagshandel sein, dass am letzten Handelstag des Quartals "window dressing" angesagt ist: Fond-Manager stoßen üblicherweise Aktien mit schwacher Performance ab und kaufen starke Papiere nach.

Meist gehandelte Aktie ist am Morgen das Papier von Juniper Networks , das 2,7 % verliert. Der zweitgrößte Hersteller von Internet-Komponenten, senkt die Ertragserwartungen für das erste Quartal. Internet-Service-Provider und Telekom-Anbieter hielten sich nach wie vor mit Investitionen zurück, heißt es seitens des Unternehmens. Die Analysten von Merrill Lynch hatten diese Entwicklung geahnt - sie hatten in der vergangenen Woche ihre Prognosen für Juniper gekürzt.

Zu den großen Verlierern gehört Instinet. Die elektronische Handelsplattform, die zum Reuters-Imperium gehört, warnt ebenfalls vor einem schwächeren ersten Quartal. Das Unternehmen hat sich einen heftigen Preiskampf mit dem Konkurrenten Island ECN geliefert, an den man im November die Marktführerschaft verloren hat. Die Preissenkungen drücken nun auf die Gewinnmargen. Die Aktie verliert am Morgen 7,1 %.

Den Dow Jones dürfte unterdessen die Aktie von IBM belasten. Das Wall Street Journal schreibt, die Börsenaufsicht SEC sei nach wie vor besorgt, was einige Details in der Bilanz für das Geschäftsjahr 1999 angehe. Man werde das Unternehmen auffordern, einige Segmente zu verbessern. Nach den jüngsten Skandalen um Enron und andere ist Anlegern allein das Wort "Bilanz" ein rotes Tuch - die Aktie verliert vorbörslich leicht.

Zu den Gewinnern unter den Blue Chips gehört das Papier von Microsoft . Das Unternehmen gibt bekannt, das eigene Internetportal MSN habe in Europa endlich den Rivalen Yahoo überholt. AOL sei weiterhin nur drittstärkster Anbieter. Yahoo wehrt sich und sagt, der aktuelle Marktanteil von 52 % für MSN sei durch die große Nachfrage nach dem Gratisdienst Hotmail verzerrt, der zu Microsoft gehört. Aktien von Microsoft legen 1 % zu, Yahoo gibt leicht ab, AOL Time Warner handelt unverändert.

Neben Microsoft steht ein weiterer Software-Hersteller im Plus: Adobe Systems gewinnt vor der Glocke mehr als 3 %. Die Analysten von Prudential Securities stufen die Aktie auf "Kaufen" auf, da sie in dem Bildverarbeitungs-Upgrade PhotoShop 7.0 erhebliches Marktpotential sehen und von einem Nachfrageschub auch für andere Programme wie den Adobe Illustrator ausgehen. Prudential hebt das Kursziel für Adobe um 55 % auf 47 Dollar an, am Morgen handelt die Aktie unter 40 $.

Leicht unter Druck steht an Morgen die Aktie von The Gap . Die angeschlagene Modekette hatte vor wenigen Tagen erklärt, man werde sich mehr auf seine Khaki-Wurzeln besinnen und margenschädliche Sonderangebote streichen. Nun ist die neue Kollektion da - und kommt bereits um 50 % bis 70 % verbilligt in die Läden. "Es scheint, als ginge tatsächlich niemand mehr zu The Gap, wenn es die Kleider nicht billiger gibt", sagt Einzelhandelsanalystin Holly Gustafson von Legg Mason.

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