Archiv
Wall Street: Gute Aussichten nach rotem Montag

An der Wall Street stehen vorbörslich die Zeichen auf grün. Die Nasdaq handelt vor der Glocke mit zehn Zählern im Plus, der breit gefächerte S&P 500 notiert fünf Punkte über dem Schlusskurs vom Montag.

Am Dienstagmorgen spekuliert die New York Times, die Notenbank Fed werde in ihrer nächsten Sitzung am 12. Dezember erneut die Leitzinsen senken. Bereits in der vergangenen Woche waren immer wieder Stimmen laut geworden, das Komitee um Alan Greenspan habe seine Möglichkeiten noch nicht ausgeschöpft. Zahlreiche Händler rechnen mit einer Senkung der Zinsen um 25 Basispunkte.
Das Schicksal von Enron dürfte auch am Dienstag den Handel beeinflussen. Der Energiekonzern, der am Wochenende Gläubigerschutz nach Paragraph 11 des US-Konkursgesetzes angemeldet hatte, bekommt von J.P. Morgan Chase und der Citigroup eine Finanzspritze von 1,5 Milliarden Dollar. Damit soll der operative Betrieb aufrecht erhalten werden. 250 Millionen Dollar sollen kurzfristig fließen, um die Bezahlung der Mitarbeiter und Zulieferer zu sichern. Weitere 250 Millionen Dollar werden freigegeben, sobald Enron einen stimmigen Geschäftsplan vorgelegt hat. Zahlreiche Anleger glauben nun wieder an eine Zukunft für den Konzern und kaufen Aktien. Enron klettert vorbörslich um 53 Prozent, die Aktie hatte bereits gestern 57 Prozent an Wert gewonnen.
Mehr als zwei Prozent legt vorbörslich die Aktie von Home Depot zu. Die größte US-Baumarktkette könnte heute den Dow Jones Indes stützen, nachdem sich die Analysten von Merrill Lynch wohlwollend über den Titel äußern. Sie setzen das Kursziel auf 58 Dollar, am Dienstag schloss Home Depot mit 46,39 Dollar.
Die Big Caps legen am frühen Morgen leicht zu. Cisco, Intel und Sun Microsystems halten Ende der Woche Analystentreffen und Händler erwarten - auch nach den bereits positiven Kommentaren auf der Konferenz der Credit Suisse First Boston in der vergangenen Woche - gute Nachrichten. Allein Microsoft notiert mit leichten Verlusten. Der Software-Konzern bemüht sich nach Kräften, eine Übernahme des AT&T-Kabelnetzes durch AOL Time Warner zu verhindern. Den beiden AOL-Konkurrenten um den Kauf will Microsoft finanzielles Rückgrat zugesagt.
Eine interessante Einschätzung über die Verlagshäuser geben die Analysten von Merrill Lynch am Morgen ab. Für Reader?s Digest sehen die Experten eine Stabilisierung der Geschäfte nach den zuletzt dramatischen Umsatzeinbußen durch das schwache Anzeigengeschäft. Die Aktie wird am frühen Morgen gekauft. Andere Medienkonzerne warten noch auf den Aufwind. Aktien von Rupert Murdochs News Corporation stehen unter Druck. Das Unternehmen hatte am Montag bekannt gegeben, dass die TV-Sparte Fox Probleme habe, die teuren Werbeplätze während des Super Bowl zu verkaufen.
Seit Tagen kommen äußerst gemischte Nachrichten aus dem Chip-Sektor. Am Dienstag sind sie erneut positiv. Die Analysten der UBS Warburg glauben, dass die Bestellungen im Dezember, die Gewinne im Februar einen Boden erreicht haben. Die Trendwende machen sie im zweiten Quartal 2002 aus. Aktien der Chip-Zulieferer Novellus, Varian und Electro Scientific Industries geben die Experten ein Upgrade, die Papiere von Applied Materials und KLA-Tencor halten sie für zu teuer.
Mit leicht positiver Tendenz handeln die Aktien der Internet-Verkäufer. Der Online-Buchhändler Amazon und der diversifizierte Provider Yahoo haben in den letzten Wochen starke Zunahmen bei den Verkäufen verzeichnet. Gegenüber dem Vorjahr ist der Umsatz um 29 Prozent von 1,6 Mio. auf 2,1 Mio. Dollar gestiegen. Dabei wurden 16 Millionen Bestellungen abgegeben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%