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Wall Street: Handys schwach, Aluminium schwach, Futures schwach

Zur Wochenmitte ist mit einem schwachen Handelsauftakt zu rechnen. Die Futures notieren am frühen Morgen im roten Bereich. Die Nasdaq steht vorbörslich mit 21 Punkten im Minus, der breit gefächerte S&P 500 gibt sieben Punkte ab.

Am Dienstag hatte der Dow Jones Index einmal mehr die 10.000-Punkte-Hürde genommen, stolperte aber kurz vor Handelsschluss und schloss bei 9998 Punkten. Die Nasdaq schaffte es erneut über die 2000-Punkte-Marke und ging bei 2005 Zählern aus dem Handel. Die beiden "magischen Marken" haben in den letzten Tagen indes viel von ihrem Zauber verloren. Weiterhin sind sie unleugbar Widerstandlinien für die Indizes, bieten aber wenig Unterstützung, wenn sie einmal überschritten sind.

Hatten zahlreiche Unternehmen, darunter General Electric und der Pharmariese Pfizer, den Markt gestern mit geradezu euphorischen Meldungen gepusht, machen am Mittwoch schlechte Nachrichten die Runde auf dem New Yorker Börsenparkett.

Motorola ist nur eines der Unternehmen, das sich "auf einem steinigen Weg" sieht. Der nach Nokia zweitgrößte Handyhersteller der Welt erwartet für das kommende Jahr einen Umsatzrückgang und hat angekündigt, 9.400 Mitarbeiter zu entlassen. Diese Nachricht drückt auf den gesamten Kommunikationssektor. Motorola verliert vor Handelsbeginn 3,4 Prozent, Konkurrent Nokia gibt 2,4 Prozent ab, Ericsson verliert vier Prozent.

Unter Druck stehen auch die Chiphersteller und Chipzulieferer. Auf letztere drücken weiter die enttäuschenden Ergebnisse, die Micron Technology vorgelegt hat. Micron, einer der Weltmarktführer für DRAM Chips, hat im ersten Quartal einen Verlust von 352 Millionen Dollar oder 44 Cents pro Aktie eingefahren. Die durchschnittlichen Erwartungen werden damit um fünf Cents verfehlt. Die Aktie von Micron hat in den vergangenen drei Monaten 72 Prozent zugelegt, vor der Glocke gibt das Papier vier Prozent ab.

Doch nicht nur Tech-Werte könnten zur Wochenmitte abgeben. Alcoa , der weltgrößte Aluminium Produzent, spricht am Morgen ebenfalls eine Warnung aus: Aufgrund der schwachen Konjunktur, niedriger Metallpreise und finanzieller Schwierigkeiten einiger Kunden werde das Unternehmen im vierten Quartal lediglich einen Gewinn von zehn Cents pro Aktie melden. Damit werden die Analystenschätzungen um satte 25 Cents verfehlt.

Zu den wenigen guten Nachrichten am Mittwochmorgen gehört das Ergebnis des Netzwerk-Providers 3Com . Zwar hat sich der Umsatz des Unternehmens im abgelaufenen Quartal halbiert, und der Anteilsverlust beläuft sich auf 14 Cents. Doch konnte man die Analystenerwartungen von minus 22 Cents pro Aktie deutlich schlagen. Finanzvorstand Michael Rescoe geht optimistisch ins neue Kalenderjahr: 3Com werde im vierten Quartal vermutlich schwarze Zahlen schreiben.

Auch im Airlinesektor ist mit Gewinnen zu rechnen. Die Analysten von Merrill Lynch äußern sich positiv über den Sektor. Die Passagierzahlen hätten sich weitgehend erholt, sagen sie, und die Umsatzeinbußen im November und Dezember dürften gegenüber den Vergleichsmonaten 2000 unter 20 Prozent liegen. Bei Merrill Lynch gelten defensive Airline-Aktien wie Southwest und Frontier sowie die regionalen Carrier SkyWest und Atlantic Coast als Favoriten. Aktien von Alaska Air, Continental, Delte, Northwest und AMR, der Holding hinter American Airlines, könnten sich in den nächsten zwölf Monaten im Wert verdoppeln, sagen die Experten.

© Wall Street Correspondents Inc.

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