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Wall Street im Minus

Die Gewinnwarnung von Nokia sorgt für ein Raunen auf dem Parkett. Der weltgrößte Mobiltelefonhersteller schürt die Angst vor einem weiteren Quartal mit enttäuschenden Geschäftszahlen. New Yorks Aktienmärkte starten nun am dritten Tag in Folge in der Verlustzone in den Handelstag.

Nach Sun Microsystems, Juniper Networks, Handspring und 3Com warnt nun auch Nokia. Der Umsatz des weltgrößten Mobiltelefonherstellers der Welt dürfte rund zehn Prozent unter den bisherigen Prognosen liegen. Die Unternehmensleitung hatte ein Umsatzwachstum von 20 Prozent prognostiziert. Auch die Gewinnerwartungen wird der finnische Konzern nicht erfüllen können. Neben Nokia verlieren Ericsson, Motorola und Qualcomm an Wert. Auch Nokias Zulieferer Triquient büßt Punkte ein. Texas Instruments, Hersteller von Chips für den Mobilfunkbereich gibt ebenfalls ab. Nokia ist zur Stunde die am meisten gehandelte Aktie. Doch nicht nur auf dem Mobilfunksektor dürfte am Morgen ein rauer Wind wehen.

Auch die Neuigkeiten auf dem Softwaresektor stimmen nicht versöhnlich. Denn auch das zweite Quartal dürfte sich wegen des schwachen Marktumfeldes für diesen Sektor weiterhin schwierig gestalten. Laut Goldman Sachs belastet die Branche die unerwartet stark nachlassende Nachfrage in Europa. Die Analysten befürchten, dass die Prognosen der Software-Industrie für das zweite Halbjahr und möglicherweise auch 2002 erneut reduziert werden müssen.

Auch der Einzelhandelssektor enttäuscht weiterhin mit schwachen Umsätzen. Nach Angaben der Investmentbank Goldman Sachs liegen die Umsatzzahlen der ersten Juni Woche unter den Planzahlen - vor allem auf dem Bekleidungssektor. Die Umsätze von Federated Department und Sears sind um drei bis vier Prozent gesunken. Die Aktien von Federated Department, Target und Sears werden von dem Analysten dennoch zum Kauf empfohlen. Die Aktien verlieren im frühen Handel an Wert. Bekleidungskaufhaus J.C. Penney konnte die Einnahmen dagegen im gleichen Zeitraum leicht um mindestens ein Prozent steigern. Die Analysten von Goldman Sachs empfehlen die Aktien von Wal-Mart, Kohl?s und May Department als "überdurchschnittliche Marktperformer". Auch diese Werte notieren schwächer.

Auch General Electric, die gestern zunächst noch auf dem Siegertreppchen standen, geraten heute unter Druck. Die Europäische Wettbewerbsbehörde fordert den weltweit größten Flugzeugmaschinen-Hersteller auf, sich von Geschäftsbereichen Honeywells im Wert von sechs Milliarden Dollar zu trennen. Das berichtet das Wall Street Journal in seiner neuesten Ausgabe. Andernfalls dürfte die geplante Übernahme von Honeywell gefährdet sein. General Electric möchte den Mischkonzern für 45 Milliarden Dollar übernehmen. Sowohl General Electric als auch Honeywell notieren im Minus.

Unter Druck geraten am Morgen die Aktien der Biotechnologiebranche. Nachdem Biotechnologiewerte zum Wochenauftakt wegen fehlgeschlagener Testversuche von Enzon unter Beschuss gerieten, legt Amgen heute noch einmal nach.

Das Biotechnologieunternehmen ist mit den Plänen, in Kürze ein Präparat zur Behandlung von Prostata-Krebs auf den Markt zu bringen, vorerst gescheitert. Das Medikament Plenaxis wird zur Zeit mit dem Kooperationspartner Praecis Pharmaceuticals entwickelt. Ausgebremst werden die Unternehmen von der Zulassungsbehörde FDA, die Bedenken hinsichtlich eines Antrags geäußert hat und zunächst keine Genehmigung für den Vertrieb erteilt hat. Amgen und Praecis werden sich nun mit Behördenvertretern zusammen setzen, um weitere Erfordernisse einer Zulassung zu klären. Biogen zeigt den Anlegern am Morgen, dass es auch anders geht. Das Biotechnologieunternehmen freut sich über gute Testergebnisse von Amevive, einem Medikament zur Behandlung von Schuppenflechte. Im Jahresverlauf soll das Medikament den US-Behörden zur Genehmigung vorgelegt werden. Dem Markt für Schuppenflechte wird ein jährliches Potenzial von 3,2 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt.

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