Archiv
Wall Street im späten Handel schwächer

Die US-Aktien haben am Donnerstag im späten Handel schwächer tendiert, nachdem sie Händlern zufolge zuvor von der Gewinnwarnung des britischen Telekomausrüsters Marconi und des US-Einzelhandelsunternehmen Federated Departement Stores sowie weiterer negativen Unternehmensnachrichten belastet worden waren.

Reuters NEW YORK. Der Markt habe dagegen kaum auf die veröffentlichten Konjunkturindikatoren reagiert, hiess es. Der Dow-Jones-Index 30 führender Industriewerte notierte um 20:15 Uhr (MESZ) 0,77 % tiefer bei 10 489,66 Zähler. Der breiter gefasste S&P-500-Index rutschte 0,92 % ins Minus auf 1223,13 Punkte und der technologielastige Nasdaq Composite Index büsste 1,99 % auf 2098,27 Zähler ein.

Die Mitteilung über den erwarteten Gewinneinbruch bei Marconi ziehe den gesamten Technologiesektor nach unten, sagte ein Händler. Der Index der US-Telekomaktien lag 1,1 % im Minus. Marconi hatte am Mittwoch mitgeteilt, auf Grund einer deutlichen Konjunkturabkühlung in Europa erwarte das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr einen um die Hälfte geringeren Betriebsgewinn und wolle weitere neun Prozent der Stellen kürzen. Die auch in den USA gehandelten Titel (American Depositary Receipts) des Unternehmens brachen daraufhin über 50 % ein.

Die Aktien der Federated Departement Stores büssten 6,29 % auf 37,84 Dollar ein, nachdem das US-Unternehmen seine Geschäftsprognosen für sein zweites Quartal sowie für das laufende Jahr auf Grund von schwächeren Umsätzen nach unten revidiert hatte.

Der Markt hatte am Donnerstag weitere belastende Unternehmensmeldungen zu verkraften. Das niederländische Halbleiter ASML Holdings-Unternehmen hatte mitgeteilt, der Verlust im ersten Halbjahr könne bis zu 88 Mill. Dollar betragen. Gleichzeitig dämpfte das Unternehmen die Hoffnungen auf eine Geschäftsbelebung im weiteren Jahresverlauf. Die auch in New York notierten Aktien verloren daraufhin 5,09 % auf 21,09 Dollar. Der Philadelphia-Index der US-Halbleitertitel gab 2,66 % nach.

Die Knight Trading Group, der größte Aktienhändler der Nasdaq, rechnet nach eigenen Angaben im zweiten Quartal nur mit halb so viel Gewinn je Aktie wie zunächst prognostiziert. Die Aktien zeigten sich indes von der Mitteilung unbeeindruckt und notierten 3,23 % fester bei 10,54 Dollar. Die Titel des Telekom - und Datenserviceunternehmens WorldCom

stiegen gegen den schwächeren Trend bei den Tech-Werten um 0,35 % auf 14,52 Dollar. Das Unternehmen hatte zuvor seine Prognose für das Umsatzwachstum im Gesamtjahr angehoben und seine Ergebnisprognose (Ebitda) bestätigt. Es sei überraschend, dass die Kurse nicht stärker auf den Index der US-Einkaufsmanager (NAPM) reagiert hätten, sagten Marktteilnehmer. Der Index zur Lage der Wirtschaft außerhalb des Verarbeitenden Gewerbes war auf 52,1 % im Juni von 46,6 im Vormonat gestiegen und lag damit erstmals seit März über 50,0 %. Eine Zahl über 50 bedeutet Wachstum. Die zuvor veröffentlichten Daten zur Entwicklung der Anträge auf US-Arbeitslosenunterstützung seien im Rahmen der Erwartungen ausgefallen, hieß es am Markt weiter. Die Daten gäben einen ersten Hinweis auf die Entwicklung des Arbeitsmarktes. Der Monatsbericht dazu wird am Freitag erwartet. Das US-Arbeitsministerium hatte mitgeteilt, in der Woche zum 30. Juni 2001 sei die Zahl der Erstanträge auf 399 000 von 392 000 in der Vorwoche gestiegen. Von Reuters befragte Volkswirte hatten für die Berichtswoche mit einem Anstieg auf diese Zahl gerechnet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%