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Wall Street in Wartehaltung

Sie wurde schon einmal mit mehr Spannung erwartet. Die Rede ist von der Sitzung der US-Notenbank. Zum vorletzten Mal in diesem Jahr wird die Fed heute über die Entwicklung der US-Leitzinsen entscheiden. Anleger erwarten keine Überraschung. Die Fed werde die Leitzinsen auf dem Niveau von 6,5 Prozent belassen, glaubt die Mehrheit der Experten. Das einzig Spannende: Die Anleger erhoffen sich Hinweise darüber, in welche Richtung sich die US-Zinspolitik entwickeln wird.

Mit einer Reiher von Zinsanhebungen hat Notenbankchef Allan Greenspan die US-Konjunktur in den vergangenen Monaten gedrosselt. Anleger hoffen mittlerweile wieder auf eine Senkung der Zinsen. Das Ergebnis der Sitzung wird für 20.10 MEZ erwartet.



Die Futures deuten auf einen leichten Handelstart. Der Eröffnungsindikator der Nasdaq notiert rund drei Punkte im Minus. Der S&P 500 Future liegt zwei Punkte im negativen Terrain.



Sycamore Networks könnte heute für den Glasfaserbereich als treibender Motor dienen. Der Hersteller von Glasfaserausrüstung konnte von einem Verlust von vier Cent auf elf Cents Gewinn verbessert. Damit konnten die Analystenschätzungen bei Weitem geschlagen werden.



Eine neue Produktpalette von Oracle könnte den Kurs heute weiter in Schwung bringen. Der zweitgrößte Software-Konzern der Welt und Compaq Computer, der weltgrößte PC-Hersteller, werden gemeinsam ein Produktpaket aus Hochleistungsservern und Internet-Software anbieten. Zwar soll das kombinierte Produkt-Angebot im ersten Schritt nur auf Compaq-Servern erhältlich sein, Oralce plant jedoch, ähnliche Vereinbarungen auch mit den Server-Produzenten Sun Microsystems und Hewlett-Packard abzuschließen. Daneben kündige Oracle-Chef Larry Ellison für Morgen die Bekanntgabe einer Kooperation im B2B-Software-Bereich an, ohne das involvierte Unternehmen zu nennen. Bereits gestern konnte Oracle als Nasdaq Sieger kräftig Kursgewinne einstreichen.



Doch auch Oracles Konkurrenz geht es gut. BEA Systems freut sich über ein erfolgreiches Quartal. Der Anbieter von Software für Anwendungs-Server hat einen Gewinn von 31,3 Millionen Dollar oder sieben Cents pro Aktie erwirtschaftet und damit die Erwartungen um einen Cent pro Aktie übertroffen. Der Umsatz wurde gegenüber dem Vorjahr mit 224 Millionen Dollar nahezu verdoppelt. Lehman Brothers bekräftigt die Kaufempfehlung für BEA Systems mit einem Kursziel von 95 Dollar pro Aktie. Im Unterschied zum Konkurrenten Oracle notiert der Titel im laufenden Jahr mit Kursgewinnen von rund 100 Prozent deutlich im Plus.



Aufwärts gehen dürfte es heute für Analog Devices. Der Hersteller von Hochgeschwindigkeitskommunikationschips hat den Gewinn im vierten Quartal mehr als verdoppelt. Mit 199,9 Millionen Dollar oder 52 Cents pro Aktie wurden die Konsensschätzungen um zwei Cents pro Aktie übertroffen. Der Umsatz wurde gegenüber dem Vorjahr um 87 Prozent auf 805,6 Millionen Dollar verbessert. Analog Devices will 15 Millionen Aktien zurückgekauft. Das würde vier Prozent der ausstehenden Aktien entsprechen. Das Brokerhaus ABN Amro bekräftigt die Kaufempfehlung für Analog Devices und setzt ein Kursziel in Höhe von 120 Dollar pro Aktie.



Schwer dürfte es heute die Bank of America haben. Wie die größte amerikanische Bank mitteilte, nehmen Kreditausfälle zu. Das abkühlende Wirtschaftswachstum in den USA erschwere es Privatkunden und Unternehmen, Schulden zurück zu zahlen. Die Anzahl an Kreditausfällen könnte sich im vierten Quartal verdoppeln. Goldman Sachs senkt die Gewinnerwartungen für das vierte Quartal sowie das kommende Geschäftsjahr. Dennoch behalten die Analysten die Aktie auf der Empfehlungsliste. Network Appliance fällt vorbörslich. Der Anbieter von Speicherlösungen für Computernetzwerke konnte zwar sowohl den Gewinn als auch den Umsatz gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppeln. Doch Bedenken, dass der Konkurrent EMC bald eine bessere Speicherlösung anbiete, nehmen das Vertrauen in das Network Appliance Papier.



Die Anleger warten heute gespannt auf die Quartalsdaten von den Einzelhandelunternehmen Nordstorm und Tiffany. Nach erfreulichen Ergebnissen von Wal-Mart und Home Depot hoffen Investoren, dass auch die Geschäftszahlen dieser beiden Unternehmen Anlass zur Freude geben werden. Weiter werden Applied Materials und Campbell Soup Quartalsdaten melden.

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