Wall Street inside
Enttäuschende Wirtschaftsdaten ziehen die Wall Street ins Minus

Hätte man ihn doch nur nie in Frage gestellt, den Aktienmarkt. Sein Verlauf signalisierte schon in den letzten Monaten eine deutliche Abkühlung der Konjunktur. Die nun nach unten revidierten BIP Zahlen konnten, gemessen am schwachen Aktienmarkt, einfach nicht stimmen.

wsc NEW YORK. Nun stellt sich also doch die Frage, ob die Konjunktur in den USA W-förmig verlaufen könnte. Ein erneutes Abrutschen in eine Rezession scheint jedenfalls durchaus möglich zu sein. Laut Stephen Roach von Morgan Stanley, liegt die Wahrscheinlichkeit immerhin zwischen 60 und 65 %. Bei Goldman Sachs sieht man die Lage zwar weniger dramatisch, jedoch werde das BIP in diesem Jahr um lediglich 2,5 % wachsen. Immerhin ein voller Prozentpunkt unter den durchschnittlichen Schätzungen des Marktes.

Die meisten Wirtschaftsdaten fielen in den letzten Tagen enttäuschend aus. So dürfte es dann wohl auch kaum überraschend sein, dass nach dem Einkäufer-Index der Region um Chicago und Philadelphia, nun auch der nationale Bericht unter den Erwartungen des Marktes liegt. Statt den über Nacht von 55 auf 52 % nach unten revidierten Schätzungen, lag der Index der verarbeitenden Industrie bei lediglich 50,5 %. Der Index liegt zwar noch über 50 % und signalisiert damit ein noch geringes Wachstum, fiel nun aber auf den niedrigsten Stand seit Januar zurück. Gleichzeitig sackte der Index für Auftragseingänge um ganze 10 % auf nur noch 50,4 % ab. Ein schlechtes Omen für die Zukunft.

Unabhängig von den schwachen Wirtschaftsdaten, sorgen auch enttäuschende Ergebnisse und Ertragswarnungen an der Wall Street für Abgabedruck. Nach Chevron Texaco verfehlt auch Exxon Mobil die Schätzungen der Analysten. Mit 39 Cents pro Aktie werden die Prognosen um ganze 7 Cents unterschritten. Der Wert gehört im Dow Jones zu den größeren Verlierern. Der bei weitem größte Verlierer ist Adobe Systems. Die Software-Schmiede verzeichnet in allen Regionen und Geschäftssegmenten eine enttäuschende Nachfrage. Daher werden dann auch die Ergebnisse weit unter den Schätzungen liegen. Um die Welle der schlechten Nachrichten abzurunden, wäre da noch AOL Time Warner. Während die Börsenaufsicht schon seit zwei Wochen die Bilanzen des Konzerns prüft, hat sich nun auch noch das US-Justizministerium angemeldet. Das Management hat der Behörde die volle Kooperation zugesagt. Derzeit werden die Methoden untersucht, mit denen AOL vor allem Werbeumsätze gebucht hat. Sollte die Behörde fündig werden, ist das Risiko eines Strafverfahrens gegen AOL Time Warner ausgesprochen groß.

© Wall Street Correspondents

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