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Wall Street: Kein Aktientanz am „Hexensabbat“

Der "Hexensabbat" fand am Freitag nicht statt-an den US-Börsen war weder von starkem Volumen noch von extremer Volatilität etwas zu spüren. Der Dow Jones verbesserte sich zum Wochenschluss um 87 Zähler oder 0,8 % auf 10604 Punkte. Die Nasdaq legte nach anfänglicher Schwäche 14 Punkte oder 0,7 % zu und ging bei 1868 Punkten aus dem Handel.

Schwächer fällt die Wochenbilanz für die beiden großen US-Indizes aus: An fünf Handelstagen, die von mäßigen Konjunkturdaten und der Skepsis vieler Anleger und Analysten im Tech- und PC-Bereich geprägt war, verbesserte sich der Dow um magere 0,3 %, die Nasdaq rutschte um 3,2 % ab.

Mit einiger Verzögerung schien der Markt am Freitag doch auf die positiven Wirtschaftsdaten von frühen Morgen zu reagieren. Die Prognose der Universität Michigan zum Verbrauchervertrauen im März war mit einem Stand von 95 Punkten besser ausgefallen als der Markt erwartet hatte. Die Produzentenpreise sind im Februar um 0,2 %, und damit im Rahmen der Erwartungen, gestiegen. Energie und Lebensmittel herausgerechnet notiert die Kernrate unverändert. Die Produktionszahlen der US-Industrie ist um 0,4 %, die Auslastung auf 74,8 % gestiegen, beides damit stärker als erwartet.

Den Handel dominierten dennoch Unternehmensmeldungen. Den Dow belastete vor allem die Aktie von Merck . Der Pharma-Riese hat einen Antrag zur Marktfreigabe des Arthritis-Medikaments Arcoxia bei der US-Gesundheitsbehörde FDA zurückgezogen. Der Antrag soll in einer modifizierten Form zu einem späteren Zeitpunkt erneut eingereicht werden. Zwar betont das Unternehmen, dass man an den Gewinnprognosen für das erste Quartal festhalten werde, doch zweifeln Analysten. Arcoxia hätte ein Blockbuster-Medikament werden sollen, und bei Goldman Sachs glaubt man nicht, dass ein Ausfall die Bilanz nicht belasten werde. Die Experten senken die Prognosen und stufen die Aktie ab, die zum Wochenschluss 6 % verlor.

Ebenfalls schwach im Dow: Die Aktie von Hewlett-Packard . Die Abstimmung der Aktionäre über eine Fusion mit dem Computerbauer Compaq steht bevor. Am Dienstag wird die Entscheidung fallen, die den PC-Sektor branchenweit beeinflussen könnte. In den letzten Tagen haben sich vermehrt Anleger und Anlegervertreter offen für oder gegen den Merger ausgesprochen, doch hält man sich an der Wall Street mit Prognosen weiter zurück. Aktien von HP verloren im Freitagshandel fast 3 %, Compaq gab um 4,2 % nach.

Stärkste Aktie im Standardindex war unterdessen das Papier von Walt Disney . 3 % legte die Aktie zu und mit ihr die gesamte Medienbranche, nachdem sich die private Forschungsgruppe Radio Advertising Bureau und die Analysten der UBS Warburg positiv über das Werbeumfeld geäußert hatten. Zum ersten Mal seit eineinhalb Jahren hätten sich die Umsätze in der Rundfunkwerbung im jeweiligen Zwölfmonatsvergleich verbessert, man sieht dies als Indikator für eine weiter positive Entwicklung.

Durchgehend schwach handelte die Aktie von Oracle . Der Software-Riese hatte am Vorabend Zahlen in Höhe der Erwartungen gemeldet - allerdings nur zwei Wochen nachdem man diese noch gesenkt hatte. Ein Aufschwung ist nicht in Sicht: Oracle hat auch für das laufende Quartal die Vorgaben nach unten revidiert und dies erneut der schwachen Konjunktur und dem schlechten Umfeld im Sektor angelastet, obwohl Konkurrenten wie Microsoft und Peoplesoft wieder Wachstum zeigen. "80 % der Probleme bei Oracle sind hausgemacht", sagt Robert Austrian von der Banc of America. Aktien von Oracle verloren 5,5 %.

Ein anderer Software-Hersteller legte um 6,5 % zu - Adobe Systems. Das Unternehmen hat die Erwartungen des Marktes geschlagen und die Prognosen für das laufende Quartal bestätigt. Man erwartet erneut Gewinnwachstum, unter anderem dank eines lange erwarteten Updates für das Bildbearbeitungsprogramm PhotoShop, das in den nächsten Wochen ausgeliefert werden soll.

Branchenweit standen weiter die Netzwerker unter Beschuss. Die Analysten bei JP Morgan haben die Erwartungen für Extreme und Foundry Networks gesenkt, während die UBS Warburg die Aussichten für Tellabs und den Branchenführer Juniper Networks kürzten. Hauptgrund seien vor allem die anhaltend schlechten Nachrichten aus dem Telekommunikationssektor, die den Markt bereits in den letzten Tagen belastet hatten. Juniper verlor 1,5 %, die übrigen Unternehmen der Branche gaben bis zu 7 % ab.

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