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Wall Street: Kommt ein später Frühling?

Klappt der Start in den Frühling doch noch? Mit etwas Verspätung versucht die Wall Street zum Wochenschluss noch einmal ins positive Terrain vorzustoßen: Am Morgen deuten die Futures auf die drei großen Indizes ins Plus.

Pünktlich zum Frühlingsbeginn hatte am Donnerstag nur die Nasdaq im Plus geschlossen. Der Tech-Index konnte sich um 36 Zähler verbessern, kämpft aber weiter mit der 1900-Punkte-Marke. Für den Dow hingegen kam eine Nachmittagsrally zu spät und ohne Nachdruck. Der Standardindex schloss mit einem Minus von 21 Zählern auf 10479 Punkten. Auch auf Wochensicht stehen die Wachstumswerte besser da: Sie notieren unverändert, während der Dow 1,3 % abgegeben hat.



Den Freitagshandel dürften ausschließlich Nachrichten von Unternehmensseite bestimmen: Aus dem konjunkturellen Umfeld wird vor dem Wochenende nichts mehr gemeldet. Nach zwei Tagen im roten Bereich scheint sich General Electric zum Wochenende zu erholen. Das Dow-Schwergewicht hatte verloren, nachdem ein Fondmanager die hohen ungedeckten Schulden des Industriemultis moniert hatte. GE hat seine Rücklagen nun verstärkt und erklärt, man habe genügend Reserven, um alle Kreditverpflichtungen einhalten zu können. So sieht das auch die Credit Suisse First Boston: Die Analysten sagen, die jüngste Kritik habe sich weniger auf GE selbst als auf die Bilanzierungstechniken in "Corporate America" bezogen. Sie setzen General Electric auf "zukaufen", die Aktie verbessert sich um 1,5 %.

Uneinheitlich notieren unterdessen die Big Caps. Während die Dow-Werte Microsoft und Intel schwach behauptet handeln, legen Software-Konkurrent Oracle und der Hardwarespezialist Sun Microsystems mehr um jeweils 1,4 % zu. Die übrigen PC-Aktien notieren nahezu unbewegt, nach wie vor sind Käufer zurückhaltend, solange keine weiteren Nachrichten über einen eventuellen Merger von Hewlett-Packard und Compaq bekannt sind. HP gibt am Morgen leicht nach, Compaq verbessert sich minimal, in der Branche sind zum Wochenschluss keine großen Veränderungen zu erwarten.

"Lieber den Palm in der Hand", denken sich Anleger am Morgen, und machen die Aktie des Herstellers von Taschencomputer zum stärksten Wert im vorbörslichen Handel. Um 15 % legt die Aktie zu, nachdem das Unternehmen am Vorabend Quartalsergebnisse über den Erwartungen der Analysten gemeldet hatte. Vor allem der Verkauf wenig profitabler Geschäftsbereiche habe sich ausgezahlt und das Unternehmen verschlankt, sagen Analysten. JP Morgan stuft die Aktie auf "kaufen" auf.

Trotz starker Ergebnisse im abgelaufenen Quartal hat Nike am Freitag einen schwachen Start. Mehr als 5 % verliert der weltgrößte Fabrikant von Sportschuhen und-kleidern, obwohl der seinen Gewinn im abgelaufenen Quartal um 30 % gesteigert und einen Gewinn über den Erwartungen der Experten ausgewiesen hat. Für die nächsten Monate sieht man allerdings eher Wachstumspotential als Wachstum, die Auftragslage ist schwach. Zwar blicken manche Analysten optimistisch in die Zukunft und empfehlen Nike den Schritt ins Niedrigpreissegment, doch verkaufen Anleger die Aktie zunächst.

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