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Wall Street macht Pause

Die Märkte haben sich im April fast selbst überholt. Der technologielastige Nasdaq Index legte allein in den vergangenen vier Wochen ein Drittel an Wert zu. Heute legen Anleger einen Ruhetag ein, realisieren Gewinne oder schichten ihr Kapital um. Sowohl der Dow Jones als auch das High-Tech-Barometer notieren im Minus. Während die Chip-, Kommunikations- und Telekommunikationswerte verlieren, verbuchen Tabak- und Einzelhandelsaktien Kursgewinne.

Enttäuschende Quartalszahlen und eine höher als erwartet ausgefallene Anzahl an Anträgen auf Arbeitslosenunterstützung nehmen den Märkten am Morgen den Elan. Die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung stiegen in der vergangenen Wochen mit 421 000 stärker als erwartet. Die Mehrheit der Analysten hatte mit einem Rückgang der Erstanträge auf 400 000 gerechnet. Im der Vorwoche lag der Wert noch bei 412 000 Anträgen. Nun liegt die Zahl der Erstanträge auf dem höchsten Stand seit fünf Jahren. Daten also, die man nicht gerne sehen möchte, wenn man weiter auf die Erholung der US-Wirtschaft aus eigener Kraft hofft. Mit Spannung erwarten die Markteilnehmer auch die Arbeitslosenquote für April, die am Freitag bekannt gegeben wird.

Technologiewerte geraten heute unter Druck. Nach den Gewinnen der vergangenen Tage lösen Anleger einen Teil der Gewinne ein. So gehört Cisco Systems im frühen Handel zu einem der größten Verlierer. Der Wert konnte sich in den vergangenen vier Handelstagen um rund ein Drittel verteuern. JDS Uniphase und Nortel verlieren aus dem gleichen Grund. Auch EMC legte in den vergangenen zwei Monaten fast 50 Prozent an Wert zu.

Negative Analystenkommentare belasten den Wert heute zusätzlich. Der weltgrößte Anbieter von Speicherlösungen kämpft an zwei Fronten, so das Brokerhaus Credit Suisse First Boston. Die Analysten reduzieren die Gewinnerwartungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr.

Trotz positiver Analystenkommentare notieren die Öl- und Energiewerte heute schwächer. Nachdem der Sektor gestern wegen befürchtet steigender Rohölbestände und damit sinkender Ölpreise unter Beschuss geriet, konnte er sich auch am Morgen noch nicht erholen. J.P. Morgan und Deutsche Bank Alex Brown setzten den Sektor auf "kaufen". Die Aktien von Exxon Mobil, Chevron und Texaco verlieren erneut an Wert.

Macromedia und Asyst Technologies belasten den Markt mit ernüchternden Quartalsdaten. Macromedia gehört vorbörslich zu den größten Verlierern. Der Hersteller von Software für Web-Design verfehlte die Analystenerwartungen um satte 22 Cents pro Aktie. Statt eines Gewinns noch wie im Vorjahr erwirtschaftete das Unternehmen im vierten Quartal einen Verlust von 42 Cents pro Papier. Asyst Technologies schockte die Marktteilnehmer dagegen mit einer Gewinnwarnung und einer neuen Entlassungswelle. Der Hersteller von Maschinen für die Chipproduktion will rund zwölf Prozent seiner Mitarbeiter entlassen, um Kosten zu sparen. Der Auslöser: Statt eines erwarteten Gewinns wird Asyst im vierten Quartal einen Verlust veröffentlichen.

Positiv dagegen die Nachricht bei General Electric: Die US-Wettbewerbsbehörde gibt grünes Licht und hat der 48 Milliarden Dollar-Fusion von General Electric und Honeywell zugestimmt. Um eine zu starke Marktdominanz im Bereich der Cockpit Elektronik und Flugmotoren vorzubeugen, muss Honeywell allerdings die Sparte Helikopter Motoren im Vorfeld des Zusammenschlusses abstoßen. Um die Transaktion umsetzen zu können, steht weiterhin die Genehmigung der europäischen Wettbewerbshüter aus.

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